Speyer

Kaisertafel Sonnniger Sonntag muss Löcher stopfen, die der verregnete Freitag in Kassen riss

Regen zwingt Wirte zu Abstrichen in Bilanz

Speyer.Der Freitag: buchstäblich ins Wasser gefallen. Der Samstag: gemischte Gefühle. Der Sonntag: top. So sieht das Resümee der Speyerer Kaisertafel in Kurzfassung aus. Die 27 Gastronomen und Mittelalter-Gruppierungen machten das Beste aus der Situation und nutzten den letzten, überwiegend sonnigen Tag noch mal richtig aus.

Bevor der leibliche Genuss zur Mittagessenszeit losging, hatten Erlebnisse anderer Art bereits begonnen. Wohlgelaunt animierten die Mittelalterfreunde aus Maulbronn die ersten Besucher zum Mitmachen an den Spielstationen. "Nicht zu schnell sein. Lass dir Zeit", mahnte ein stattlicher Recke die siebenjährige Maike zur Geduld. Der Tipp fruchtete: Fünf Schüsse passten, zweimal wurde das kleine Glöckchen in der Mitte getroffen. Der Lohn für das Mädchen: zwei Zaubersteine zur frühen Stunde.

Nebenan wetzte ein rüstiger Koch die Messer für die gewaltigen Rinderkeulen, die sich saftig an Riesenspießen drehten, und ein paar Schritte weiter warteten frische Schupfnudeln auf die ersten Abnehmer. Allen negativen Einwirkungen zum Trotz: Die Stimmung in den Reihen der teilnehmenden Betriebe war gut. Vor allem beim jungen Team der Weinstube im Feuerbachhaus. "Man muss bei Laune bleiben", sagte Minou Schieler und genoss gemeinsam mit den Kollegen den ersten Schluck Prosecco zum Einstieg in einen verheißungsvollen Sonntag mit guten Geschäften.

Furchtbar sei das Wetter freitags natürlich gewesen, gibt Schieler unverblümt zu. Samstags habe es aber anders ausgesehen. "Mittags war immerhin alles vollgestanden", betonte sie. Im siebten Jahr sei das Feuerbachhaus bei der Kaisertafel vertreten, und trotz des Regens diesmal mache es Spaß, dabei zu sein.

Eine Stunde Verlängerung

Zum Endspurt traten die Gastronomen an, ganz dem Ansporn von Mit-Organisator Roland Lösch entsprechend. Eine Stunde draufzugeben am Abend hatte der vor, um wenigstens noch ein bisschen länger etwas von der Schlemmerfreudigkeit der Besucher zu haben und die Abrechnung nicht ganz so trist aussehen zu lassen.

"Rein kaufmännisch betrachtet müssen wir diesmal natürlich Abstriche machen", stellte Lösch beim Bilanz-Gespräch gestern Vormittag fest. Nicht zuletzt seien die Standmieten in diesem Jahr deutlich angehoben worden, da höhere Abgaben an die Stadt gezahlt werden mussten. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei generell gut, versicherte Lösch und sprach von organisatorischer Hilfe zu jeder Zeit.

Lösch sprach von Schwierigkeiten, risikobereite Gastronomen zum Mitmachen zu finden. Daher seien mittlerweile auch Pommes frites und Burger auf der Kaisertafel vertretbar. Die oberste Priorität liege aber nach wie vor auf regionalen Produkten und Exklusivität. Auf eine mögliche Neubelebung der Veranstaltung angesprochen, machte der Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Hotellerie und Gastronomie, Renzo Bertolini, deutlich: "Das könnte eine Bereicherung sein, aber wäre mit enormen Kosten verbunden." Schon jetzt seien die finanziellen Aufwendungen enorm.

Froh sind die Organisatoren um die Einbindung des Postplatzes. Als Gegenpol zu den wandernden Musikanten auf der Festmeile habe das Bühnenprogramm dort auch seine Anhänger gefunden. Laura Geibig von Foonax Events, die sich um die Live-Bands kümmern und in ihrer "Weinkiste" Süffiges im Glas anboten, hoffte gestern daher auf einen guten letzten Kaisertafel-Tag und viele Gäste, um den Aufwand entlohnt zu bekommen.

Was die Zukunft der Kaisertafel angeht, war Lösch positiv gestimmt: "Wenn wir sie so wie im Moment weiterlaufen lassen, ist die Kaisertafel für alle gut zu händeln."

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