Speyer

Übung Feuerwehrleute machen im Chemikalienschutzanzug einen Rundgang über die Frühjahrsmesse

Ringewerfen mit Handschuhen

Speyer.Mit rund 25 Mann rückte der Gefahrstoffzug der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Festplatz an. Grund war jedoch kein Einsatz, sondern eine Übung an außergewöhnlicher Stätte. Ihre Feinmotorik in den Fingern sollten die Einsatzkräfte bei vorgegebenen Aufgaben schulen.

Für den Trupp war es nicht das erste Training besonderer Art. Schon in der Vergangenheit hatte sich die Facheinheit nicht alltägliche Ziele für spezielle Aktionen ausgesucht. „Im vergangenen Jahr mussten sie eine Einkaufsliste in einem Supermarkt abarbeiten“, erklärte Christian Collet. Der Gruppenführer hatte den Kontakt zur Speyerer Marktmeisterei hergestellt und die Stationen für die Übung ausgewählt. Vor Ort wurden fünf Trupps zu je zwei Mann in die Chemikalienschutzanzüge (CSA) gesteckt, die im Einsatzfall übergestreift werden müssen. Allein die Prozedur erforderte Einsatz, denn unter der Ganzkörperschicht in Giftgrün war eine 80-Liter-Sauerstoffflasche zu tragen. Begleiter der Facheinheit sorgten dafür, dass die Luft in regelmäßigen Abständen während des Rundgangs auf dem Platz kontrolliert wird.

Die Aufgabenstellung hatte Collet ausformuliert. Wie das jeweilige Ergebnis aussah, mussten die Probanden selbst eintragen. Nicht verheimlichen konnten die Besucher der Frühjahrsmesse am späteren Abend ihre Verwunderung über den Besuch der skurril wirkenden Figuren auf dem Platz. Während die einen sich auf den Einflug der Außerirdischen verständigten, beobachteten die anderen die zielstrebig von Station zu Station marschierenden Feuerwehrleute mit offenen Mündern.

Bewegung stark eingeschränkt

Ganz gut klappte das Zupacken noch beim Ringewerfen. Die runden Geschosse ließen sich einigermaßen greifen mit den Händen, die in übermächtigen Handschuhen steckten. Schwieriger wurde es beim Dosenwerfen. Kaum spürbar waren die leichten Wurfgegenstände. Trotzdem krachte es – der totale Abräumer blieb jedoch aus. Umso mehr Knalleffekte lösten die CSA-Träger beim Pfeilwurf auf Luftballons aus. Beim Streichholzschießen mit dem Luftgewehr stießen selbst die zielsichersten Feuerwehrmänner an ihre Grenzen. Zu umständlich war der Umgang mit Kimme und Korn aufgrund des Outfits.

„Im Einsatzfall geht es immer wieder darum, Objekte abzudichten. Daher ist es wichtig, die Feinmotorik zu fördern“, nannte Collet den wichtigsten Grund für das Training. Gut haushalten konnten die Einsatzkräfte an dem Abend mit ihrem Sauerstoff. „Die Einsatzdauer ist normalerweise auf 20 Minuten begrenzt“, erklärte Collet. In dem Fall atmeten die Männer eine ganze Weile länger – trotz rasanter Fahrt im Autoskooter außerhalb der Wertung. mus

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