Speyer

Smartphone-Programm Fahrrad-App analysiert meistgenutzte Strecken und Auswirkung von Baustellen / Ziel: Bedingungen verbessern

Schüler sollen Rad-Daten liefern

Archivartikel

Speyer.Wie viele Speyerer fahren mit ihrem Rad wann wie häufig im Stadtbereich welche Straßenzüge und Wege? Dieser Frage gehen seit Juni 2016 zwei Ratsmitglieder nach. Dr. Sarah Mang (Speyerer Wählergruppe) und Dr. Martin Moser (CDU) entwickelten hierfür eigens eine App „Biker Track“, die anonymisiert die mit dem Fahrrad zurückgelegten Strecken erfasst und in ein Strombild einordnet.

Nahezu einhundert Radfahrer haben sich die App aufs Handy geladen und erzielen über GPS Signalwirkung für die Untersuchung der beiden bei SAP beschäftigten Diplom-Informatiker. Als wertvoll erwiesen hat sich die Auswertung der ersten Daten bereits für das im Auftrag der Stadt von der Planungsgemeinschaft Verkehr PGV-Alrutz aus Hannover erstellte und im vergangenen Jahr vorgelegte Radverkehrskonzept. Aber die zwei Stadtrat-Radler wollen die Wegaufzeichnungen beibehalten und sogar noch mehr Speyerer zum unverfänglichen Herunterladen der App bewegen. Denn Mang und Moser können anhand der Stärke der Stromlinien am meisten genutzte Strecken nachweisen und zeigen, wie sich welche Baustelle auf den Radverkehr auswirkt.

Und da die IT-Spezialisten aus den in der Biker-App gesammelten Daten die jeweiligen Zeitfenster ablesen können, etwa die verstärkt feststellbaren Fahrten um die Mittagspausen und nach Schulschluss zwischen 12 und 14 Uhr, so ist das Duo auch darum bemüht, die besten Bedingungen für die vielen Rad fahrenden Schüler zu schaffen. Deshalb zeigen sich die Biker-App-Erfinder sehr enttäuscht über die Reaktionen der von ihnen angesprochenen Schulleitungen. Lediglich Grundschulen kümmerten sich mit Radwegempfehlungen um das Wohl der kleinsten Radfahrer.

Zielgruppe gewinnbringend

Obwohl sie den von ihnen angesprochenen Gymnasien angeboten hatten, selbst eine Informatikstunde abzuhalten und den App-Aufbau und die Datensammlung zu erklären, lehnten die Direktionen das Angebot unverständlicherweise ab. Dabei sei gerade diese Zielgruppe für die Datenströme gewinnbringend, da durchweg jeder Jugendliche im Besitz eines Smartphones und für neue Gebrauchshinweise gewiss empfänglich sei.

Noch wirft das Biker-Koalitionspärchen nicht die Flinte ins Korn und will es mit plausiblem Konzept abermals versuchen, möglichst viele Schüler zwischen elf und 18 Jahren zu erreichen. Auch im Hinblick auf die sich für 2019 abzeichnende Sperrung der Salierbrücke wäre es gut zu verdeutlichen, wie viele Schüler aus den nordbadischen Gemeinden morgens mit dem Rad zu einem der fünf Speyerer Gymnasien fahren.

Herunterladen der Fahrrad-App (samt Nutzungsbedingungen) ist erwünscht unter www.sarahmang.de/biketrack oder www.fahrradstadt-speyer.de

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