Speyer

Kurpfalz-Jugendherberge Haus mit Erweiterungsbau eröffnet / Hygienekonzept ist vorbereitet

Schulklassen dürfen bald wieder einziehen

Archivartikel

Speyer.Als die Bauarbeiten zur Erweiterung der Kurpfalz-Jugendherberge in Speyer im April 2019 begannen, ahnte niemand, dass ein Virus namens Corona die Sache 2020 erschweren würde. Das Projekt wurde dennoch durchgezogen. Gestern wurde das Haus offiziell neu eröffnet. Für die Festredner ein Zeichen, das Mut macht und optimistisch stimmt. Viele Menschen haben im Laufe der Jahrzehnte an der erfolgreichen Geschichte der Jugendherberge mitgeschrieben. Das gilt sowohl für die politische als auch für die eigene Verbandsebene. Etliche Gäste aus dieser Zeit waren daher zum festlichen Akt im entstandenen Anbau eingeladen. Mit Abstand, aber im Geiste der zukunftsweisenden Sache vereint, blickten sie auf die Geschichte, aber vor allem auf die nahe Zukunft.

Die kann für die Jugendherberge wieder richtig nach den Herbstferien beginnen, denn dann – so der DJH-Präsident Peter Schuler – dürfen wieder Schulklassen aufgenommen werden. „Mit unserem Schutz- und Hygienekonzept sind wir bestens vorbereitet“, sicherte er zu und sprach von Licht am Ende des Tunnels.

Der Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes, Jacob Geditz, berichtete nicht ohne Stolz von einer vier-Millionen-Euro-Investition zur Erweiterung, die aus eigener Kraft gestemmt wurde. „Wir erwarten jetzt rund 50 000 Übernachtungen pro Jahr“, sagte er mit Blick auf die nunmehr vorhandenen 236 Betten. Zuletzt lag diese Zahl bei 40 000 und 176 Betten. Der erste Ausbau, erinnerte Geditz, war 1997 vorgenommen worden.

Das Thema Wertschöpfung spielte sowohl bei ihm, als auch für Schuler eine Rolle. „In Rheinland-Pfalz konnten wir im vergangenen Jahr mit 100 Millionen Euro bei einer Million Übernachtungen zur Wertschöpfung beitragen. In Speyer waren es 1,4 Millionen“, stellte Schuler konkrete Zahlen vor.

An der Spitze von Rheinland-Pfalz

Bei diesen bediente sich auch Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU). Auf Rang elf von 586 Jugendherbergen in Deutschland rangierte Speyer laut Recherche im Jahr 2002. „Heute steht das Haus an der Spitze von Rheinland-Pfalz und dem Saarland“, machte sie mit Verweis auf den Geschäftsbericht von 2018 deutlich. Eine der schönsten und modernsten Einrichtungen sah Kabs in der Domstadt realisiert.

„Jugendherbergen liegen im Trend und sind nicht mehr wegzudenken“, betonte die Bürgermeisterin, die zudem auf die lange Tradition verwies. In Speyer war der erste Ansatz einer Jugendherberge 1926 durch Notunterkünfte für die Wanderjugend erreicht worden. 1927 wurde der Bierkeller in der „Schwarz Storchen-Brauerei“ zur Herberge umfunktioniert.

1950 wurde das heutige Haus am Rhein gebaut. Familien- und Jugendministerin Anne Spiegel (Grüne) lobte das ansprechende Ambiente, das durch Helligkeit, Licht und Farbe entstanden ist, und die Aktivität in Sachen Klimaschutz durch eine Photovoltaikanlage auf dem Gründach. „Dadurch können sechs Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden“, hob Spiegel hervor. Dank aus mehreren Richtungen konnte die Ministerin mitnehmen, hatte die Landesregierung doch Gelder zur Förderung der Jugendherbergen in die Hand genommen, damit diese besser durch die Corona-Krise kommen.

„Ein Teil der Existenzgefährdung konnte dadurch abgemildert werden“, untermauerte Schuler, der für seine 40-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im DJH besonders bedacht wurde. Der ehemalige Ministerpräsident Professor Dr. Bernhard Vogel würdigte in einer Laudatio das Engagement des Präsidenten, der bereits Träger der Goldenen Ehrennadel des DJH ist. Dadurch hätten sich die Jugendherbergen zu herausragenden Begegnungsstätten für Kinder und Familien weiterentwickelt.

Die Neueröffnung der Kurpfalz-Herberge sah Professor Dr. Günther Schneider, Präsident des Hauptverbandes, als wichtiges Signal in einer schwierigen Zeit. Wie bei seinen Vorrednern galt die Anerkennung auch den Mitarbeitenden vor Ort unter Führung von Betriebsleiterin Stefanie Hillgärtner.

Info: Weitere Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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