Speyer

Künstlerbund Stipendiat Emil Srkalovic kommt aus Graz

Seine Sicht auf die Natur nahe bringen

Archivartikel

Speyer.Der 32. Stipendiat des „Internationalen Stipendiums des Künstlerbundes und der Stadt Speyer“ heißt Emil Srkalovic und kommt aus Graz. Jetzt wurde der für drei Monate im Künstlerhaus wohnende und arbeitende Maler und Skulpteur von Oberbürgermeister Hansjörg Eger im neuen Trausaal willkommen geheißen. In Anwesenheit mehrerer Mitglieder der Vereinigung bildender Künstler mit stetem Aktivitätsprofil betonte Eger, das der Aufenthalt von Stipendiaten aus bisher 23 Ländern eine gute Gelegenheit biete, künstlerisch und kulturell über den Tellerrand zu blicken.

Vorsitzender Reinhard Ader stellte Srkalovic als künstlerischen Grenzgänger vor, der in Malereien und Plastiken mit ungewohnten Sichtweisen logische, physikalische und mathematische Gesetzmäßigkeiten reizvoll kombiniere und die Ergebnisse zur Diskussion stelle.

Werkschau zum Abschluss

Srkalovic hat bisher gut 70 Einzel- und Gruppenausstellungen vorzuweisen. Seit 2016 ist er jüngster Präsident des Grazer Künstlerbundes. In der letzten Augustwoche wird er seine in Speyer entstandenen Arbeiten bei einer Werkschau im Künstlerhaus öffentlich vorstellen. Auf die Präsentation darf man gespannt sein. Der 1983 in Bosnien geborene Kunstschaffende hat das künstlerische Handwerk bei seinen Eltern von der Pike auf gelernt. Beide Elternteile unterrichteten an der Kunstuniversität in Gorae und führten parallel dazu eine Galerie.

Den Lebensmittelpunkt verlegte die Familie kurz vor Ausbruch des Bosnien-Kriegs nach Österreich. Während sich die Eltern in der klassischen akademischen Malerei des 17. bis 19. Jahrhunderts zu Hause fühlten, handelt es sich beim Sohn um einen sich permanent entwickelnden Unruhegeist, der sich als Kreuzung zwischen der Gradlinigkeit des Vaters und der weicheren Ausdrucksweise seiner Mutter versteht. Grundsätzlich sieht er sich als europäischer Pop-Art-Künstler, wobei Srkalovic mit dem Begriff „Art of Emil“ selbstbewusst die künstlerische Eigenständigkeit unterstreicht.

Schon früh von Fauna und Flora beeinflusst, werden auch im Künstlerhaus Malereien und Plastiken entstehen, in denen die Faszination des Künstlers für die Tier- und Pflanzenwelt und sein Wunsch, dem Menschen die Natur auf seine Weise näher zu bringen, zum Ausdruck kommt. Wobei er im Gespräch mit unserer Zeitung betont, dass seine von Tieren dominierten Werke immer nur Spiegelbilder seiner Gefühlswelt sein können. In Speyer sollen diese Gefühle in kleinen malerischen Serien und bis zu 2 mal 4 Meter messenden Großformaten ihren Niederschlag finden. Menschen finden auch statt – und zwar unter dem Stichwort „Geopolitische Kritiken“, mit denen der Künstler Augen öffnen, Probleme andenken und Lösungsvorschläge aufzeigen will.

In den strukturierten Plastiken aus Gips und Fiberglas hingegen werden ausschließlich tierische Bewegungen nachgestellt. Hier wird der Einfluss kinetischer Kunst sichtbar, in der die Bewegung integraler Bestandteil des Objektes ist.

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