Speyer

Ausstellung Tierwelten von Bildhauerin Heide Dobberkau in Hauptstelle der Volksbank

Sensibles Leben eingehaucht

Archivartikel

Speyer.In Zusammenarbeit mit der Numismatischen Gesellschaft setzt die Volksbank Kur- und Rheinpfalz ihre Ausstellungsreihe mit Arbeiten der 1929 in Celle geborenen und seit 1964 im Stadtteil Refrath von Bergisch Gladbach lebenden Bildhauerin und Medailleurin Heide Dobberkau fort. Die Werkschau in der Dialogzone der Hauptstelle trägt den Titel „Bronzen wie Tiere – Heide Dobberkau und ihre Tierwelten“. Gezeigt werden Kleinplastiken, Medaillen und Holzschnitte.

Bei der Eröffnung vermittelten die Kuratoren Dr. Wolfgang Steguweit, früherer Direktor des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin, und Dr. Johannes Eberhardt, Wissenschaftlicher Museumsassistent Staatliche Museen zu Berlin, Einblicke in das Schaffen der Künstlerin, die von 1947 bis 1953 an der Werkkunstschule Hannover und der Landeskunstschule Hamburg studierte. Exponate von Heide Dobberkau fanden einen dauerhaften Platz beispielsweise im Focke-Museum Bremen, in der Kunsthalle Hamburg, im Münzkabinett Berlin, in der Staatlichen Münzsammlung München oder in den Münzkabinetten in London, Paris und Stockholm.

Mit ihrer auf Tiere konzentrierten Kunst haucht die 2006 für ihr Lebenswerk mit dem „Hilde-Broër-Preis für Medaillenkunst“ ausgezeichnete Dobberkau toten Materialien sensibles Leben ein. Damit, betonten die Laudatoren, stehe die Künstlerin in der Tradition von Menschen, die bereits in prähistorischer Zeit mit Kleinplastiken wie einer 35 000 Jahre alten Mammutnachbildung sowie steinzeitlichen Höhlenmalereien dauerhafte Tierbildnisse geschaffen hätten. Die Schau gründe teilweise auf historischen Wurzeln und reflektiere im Zusammenhang mit Tieren stehende Mythen von Mischwesen oder in vielen Kulturen als Gottheiten verehrten Wesen.

Enorme Ausdrucksstärke

Welche zentrale Rolle Tiere nicht nur in kultischen Ritualen, als Vorzeigesymbol oder einfach nur als beliebtes Motiv spielen, ist an den plastischen Exponaten in abstrahierender und naturalistischer Formensprache nachvollziehbar. Ob Kleinplastik, Medaille oder Holzschnitt – die Ausdrucksstärke von auf das Wesentliche reduzierten Tieren wie dem Eisbär (Bronzeguss) oder ganzen Tiergruppen wie der Büffelherde (Holzschnitt) ist enorm.

Die Künstlerin selbst ist auf einem Foto von 1979 zu sehen, auf dem sie am Modell für die Plastik „Klagender Hund“ arbeitet. Auf den unverwechselbaren Stil von Heide Dobberkau wies auch Dr. Wolfgang Dreher, Vorsitzender der Numismatischen Gesellschaft Speyer, hin.

Im Namen der Volksbank, deren Vertreter kurzfristig absagen musste, hieß Dreher neben anderen die Präsidentin der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, Dr. Barbara Simon, den Ehrenvorsitzenden der Numismatischen Gesellschaft, Dr. Rainer Albert, sowie die Vorsitzenden der Numismatischen Nachbarvereine aus Mannheim, Karlsruhe und Darmstadt willkommen. mey

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