Speyer

Ausstellung Der „Art 2-Kunstraum“ zeigt eine reizvolle Gegenüberstellung von Malerei und Fotografie von Kim-Britt Eigenberger

Sie hat eine außergewöhnliche Begabung

Speyer.„Quadrate und Querverweise“ – so ist eine zweigeteilte Verkaufsausstellung betitelt, die am Samstag, 17. August, um 11 Uhr im „Art 2-Kunstraum“ von Peter Wilking eröffnet wird. Die Präsentation im Kornmarkt mit Malereien und Fotografien der in Neustadt lebenden Künstlerin Kim-Britt Eigenberger bietet mit spannungsgeladenen, bewegungsintensiven und Energie ausstrahlenden Kunstwerken Besuchern im positiven Sinne Gelegenheit für intensive Fachgespräche.

Bereits die künstlerischen Ursprünge von Eigenberger passen in keine der üblichen Schablonen. 1982 in Osterode im Harz geboren, besuchte sie mit 16 Jahren während eines einjährigen Auslandsaufenthaltes eine Highschool im amerikanischen North Carolina. Dort wurde unter anderem Ballett, Fotografie und Malerei unterrichtet. Zwar waren Malerei und Fotografie ebenfalls inspirierend, doch der Ballettunterricht wirkte auf die Schülerin wie eine Initialzündung. Zurück in Deutschland studierte sie in Hannover Bühnentanz und Tanzpädagogik. Mit dem Ende des Studiums verlegte Eigenberger den Lebensmittelpunkt in die Pfalz, unterrichtete freiberuflich in Karlsruhe, Landau und Speyer klassisches Ballett und tanzte am Staatstheater in Mainz. Nach der Geburt ihrer zweiten Tochter konzentrierte sich die seit 2010 mit einem Veranstaltungstechniker verheiratete Tänzerin ab 2016 ausschließlich auf die Malerei und Fotografie. Leidenschaften, deren Wurzeln ebenfalls in North Carolina gründen.

Die außergewöhnliche Begabung der Autodidaktin schlug sich schnell in ersten Erfolgen nieder. Bereits im Frühjahr 2018 hatte Kim-Britt Eigenberger ihre erste Einzelausstellung in der Galerie Backhaus in Deidesheim. Im Herbst waren Arbeiten von ihr in der Gruppenausstellung zum Pfalzpreis für Bildende Kunst in der Pfalzgalerie Kaiserslautern zu sehen, wo sie für den Nachwuchspreis nominiert war. Anfang dieser Woche endete eine große Ausstellung mit 36 Werken an der Uni Mannheim. Einen Beweis für die Qualität von Eigenbergers künstlerischem Schaffen lieferten Freunde und Förderer der Universität, indem sie ein großformatiges Werk mit den Maßen 150 mal 500 Zentimeter erwarben und der Lehreinrichtung spendeten. Initiator der Aktion war Professor Dr. Hans-Wolfgang Arndt, ehemaliger Rektor und Kunstbeauftragter.

Hinwendung zur Abstraktion

Im „Art 2 Kunstraum“ von Peter Wilking zeigt Kim-Britt Eigenberger eine reizvolle Gegenüberstellung von Malerei und darauf basierenden Fotografien. Beiden gemein ist eine stilistische Hinwendung zur Ab-straktion. Bei den Malereien entwickeln auf Trägermaterialien wie Leinwand, Glas, Holz oder Aluminium linear gegossene Farbverläufe eine farbintensive Eigendynamik. Bei den vielschichtigen und die Malerei fortschreibenden Fotografien hat die Kamera die Rolle des Pinsels übernommen. In diesen Arbeiten spielt die Künstlerin mit Dimensionen und Wahrnehmungen, was sich teilweise in energiegeladenen Kompositionen niederschlägt, die fernab des Ursprungsbildes Assoziationen an Naturschauspiele oder andere Interpretationen herausfordern.

Häufig wird ein gemaltes Bild lediglich in Ausschnitten fotografiert und durch neue Perspektiven, Bewegungen der Kamera und unterschiedlichste Beleuchtungssituationen in ein neues, eigenständiges Werk transformiert. Erwähnenswert ist ferner, dass es sich dabei allesamt um Unikate und keine Drucke handelt. Das Motiv wurde auf hochwertiges Hahne-Mühle-Papier projiziert und dann auf Alu-Dibond-Platten aufkaschiert. Durch die Verwendung von mattem Papier wurden Spiegelungen vermieden und eine bessere Tiefenwirkung erzielt.

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