Speyer

Freiwillige Feuerwehr Großer Besucherandrang beim Tag der offenen Tür

Solidarität mit den Rettern in Rot

Archivartikel

Speyer.Leon sieht Rot und das mit Leidenschaft. Die Serienfigur Feuerwehrmann Sam ist sein großer Held. Beim Tag der offenen Tür auf dem Gelände der Feuerwehr Speyer nutzt der Sechsjährige jetzt die Chance, die „echten“ Floriansjünger hautnah zu erleben – mitsamt ihren „roten Riesen“, in denen er am Nachmittag sogar eine Runde drehen darf.

Leon ist nicht allein mit seiner Leidenschaft für das Feuerwehrwesen. Schon vor der offiziellen Eröffnung durch Stadtfeuerwehrinspekteur Michael Hopp und Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) ist der Fahrradparkplatz vor der Wache gut gefüllt. Wer zuerst kommt, hat den besten Blick auf den Fuhrpark, der präsentiert wird.

Michael Stadler inspiziert als einer der ersten den Mercedes Benz mit dem Rufnamen „Florian Speyer 1/34/2“ mit Drehleiteraufbau. Der beeindruckt seinen Sohn Yannick im Besonderen. „Die hab ich schon mal gesehen, wie sie ausgefahren war“, erzählt der Viertklässler auf Nachfrage. Bei einem Löscheinsatz in der Nähe seines Zuhauses sei das gewesen. Feuerwehr findet Yannick interessant. Selbst aktiv zu werden, hat der Zehnjährige noch nicht überlegt. „Menschen zu helfen ist aber schon cool“, merkt er an, bevor er ins Fahrerhaus klettert.

Zusehends füllt sich der Hof der Feuerwache mit Erwachsenen und Kindern. Die Verbundenheit zu den Rettungskräften und die Wertschätzung für deren Engagement kommt deutlich zum Ausdruck. „Es ist toll, dass es Menschen gibt, die sich so für andere einsetzen“, lobt Marina Jochim. Die Frau aus Speyer kommt mit ihren Kindern gerne zum Feuerwehrfest. Schade findet sie, dass es Rettungskräfte heutzutage immer schwerer haben, ihre Arbeit zu verrichten bei Unglücken. „Für mich ist es unverständlich, wie man Leute, die etwas Gutes tun, teilweise brutal angeht“, meint Jochim. Gestern indessen werden die Kameraden von allen gefeiert.

Behälter für verschiedene Einsätze

Als Schwerpunkt des Fuhrparks zu sehen sind vielseitige Wechselbehälter. Einer ist zur Wasserrettung und für Hochwassereinsätze gedacht, einer kommt beim Ausfall des öffentlichen Stromnetzes zum Einsatz, einer wird zur Wasserförderung bei überlangen Wegstrecken genutzt. Ganz neu im Equipment: ein Abrollbehälter Sandsack für Hochwasserlagen und Mobilen Dammbau.

Der Wissensdurst ist groß bei den Besuchern jeden Alters. Bereitwillig stehen die Experten der Feuerwehr Rede und Antwort. „Nicht nur im Einsatz, sondern auch beim Feiern ist die Zusammenarbeit ein hohes Gut“, macht SFI Hopp in seiner Ansprache deutlich. Darin ein schließt er die Schnelleinsatzgruppe Sanität, die DLRG und Kindernotarzt Dr. Ingo Böhn, die ihre Arbeit ebenso auf dem Gelände vorstellen. Überall herrscht rege Resonanz - auch an der Speisen- und Getränkeausgabe sowie am Kuchenbuffet. Dass dieses noch angeboten wird, ist der Jugendfeuerwehr zu verdanken. Die 23 Jungs und Mädels haben die Aufgabe vom Team Kuchen übernommen, das sich aufgelöst hat.

603 Einsätze hat die Speyerer Wehr bis zum 31. August gefahren. Ein Rekord, der laut Hopp fragwürdig ist. Die Aufgaben der Wehr neu zu ordnen und sie nicht mehr „Mädchen für alles“ seinzulassen, fordert der SFI. Dafür gibt es Applaus. Anerkennung erntet die Blaulichtfamilie den ganzen Tag über - für einen bunten Strauß an Aktionen, von Stresszelt und Feuerlöschertest bis zu den Schauvorführungen. mus

Info: Weitere Bilder unter www.schwetzinger-zeitung.de

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