Speyer

Luisenpark Boote auf dem Kutzerweiher fahren ab heute wieder

Stillstand durch Kurzschluss

Archivartikel

Von unserem Redaktionsmitglied

Peter W. Ragge

Mannheim. Heute, wenn das Sommerwetter zurückkehrt, sollen sie wieder wie gewohnt langsam über den Kutzerweiher im Luisenpark gleiten: die Gondolettas. Seit Sonntagnachmittag hatten die Kunststoffboote mit den charakteristischen gelben Dächern pausieren müssen. Durch einen Schaden am Antriebsmotor stand die beliebte Anlage plötzlich still.

„Ein Kurzschluss, vermutlich ist der Elektromotor heißgelaufen“, nimmt Bernd Laubisch, der Betreiber der Gondoletta, an. Jedenfalls habe sich die Anlage plötzlich von selbst abgeschaltet. Schilder an den Kassen nannten am Sonntag ein „Technisches Problem“ als Grund, dass der Betrieb früher als sonst, gegen 17 Uhr, endete.

Passagiere an Land gebracht

Da gab es noch einige wartende Besucher an den Kassen, und die Boote waren überwiegend voll besetzt. Doch die Mitarbeiter reagierten schnell nach einem vor einigen Jahren vereinbarten Notfallplan: Zwei Angestellte schlüpften in Taucheranzüge, klinkten die gerade nahe am Ufer befindlichen Boote aus dem unter Wasser verlaufenden Stahlseil aus, schoben sie an Land und ermöglichten den Passagieren so, sicher auszusteigen. Weiter entfernt liegende Gondolettas wurden per Motorboot angefahren, die Fahrgäste konnten umsteigen und wurden an die Stege gebracht.

Gestern war dann ein „Reparaturtag“, so Laubisch: „Ist ja ohnehin blödes Wetter“, sagte er am Vormittag erleichtert. Was den Kurzschluss in dem Maschinenraum der Boote, der sich in dem Betonbau an der Haltestelle Planzenschauhaus befindet, auslöste, war für ihn noch nicht klar – vielleicht habe sich die wochenlange Hitze hier noch ausgewirkt: „In dem Raum ist dann schon sehr heiß!“, weiß er: „In der Technik steckt man nie drin!“. Man werde jedenfalls den Motor ausbauen.

Seinem Team gelang es tatsächlich, den Antrieb wieder fit zu machen. „Wir haben den Motor ausgetauscht, es läuft wieder alles“, meldete Laubisch am späten Nachmittag. Mit generellen Verschleißerscheinungen der 1975 installierten Attraktion des Luisenparks habe das keinesfalls zu tun: „Es war der erste Ausfall in diesem Jahr, wir hatten lange keine Panne mehr“, betont der Inhaber. Schließlich sei die Anlage „völlig anders aufgebaut als früher“, seien Elektrik und Antriebe im Lauf der Zeit mehrfach erneuert worden. Auch 15 der derzeit 45 Kunststoff-Boote seien ausgetauscht.

Auch Attraktion der Buga 2023

Zweifel, dass die Gondolettas noch lange Zeit fahren, eine Attraktion zur – ja auch im Luisenpark stattfindenden – Bundesgartenschau 2023 sein werden, lässt Laubisch daher nicht zu: „Auf jeden Fall“, betont er und bekräftigt: „Natürlich hält die Anlage bis dahin!“ Sie werde auch 2023 von vielen Gästen genutzt. Ob er sie dann noch betreibt, ist offen – der 72-Jährige hat zumindest einen langfristigen Vertrag mit dem Stadtpark. Einen Notfallplan, wonach die Gondoletta-Mitarbeiter die Fahrgäste so schnell wie möglich an Land bringen – per Motorboot oder durch das Ausklinken der Kunststoff-Boote – gibt es jedenfalls. Augenzeugen zufolge hat das am Sonntag problemlos geklappt.

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