Speyer

Stadtwerke Bilanz für 2018 vorgestellt / Gewinnausschüttung steigt auf zwei Millionen Euro

Stolze Investitionen in die Energiewende

Speyer.Die Stadtwerke Speyer (SWS) erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Bilanzgewinn in Höhe von 5,4 Millionen Euro – im Vorjahr waren es 500 00 mehr. Dennoch regte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler als Vorsitzende des SWS-Aufsichtsrates an, die vorgeschlagene Gewinnausschüttung von 1,5 um 500 000 Euro auf zwei Millionen zu erhöhen. „Ich bin dankbar, dass die SWS als 100-prozentiges Tochterunternehmen die Stadt bei der Konsolidierung des Haushaltes unterstützt und wir durch die Mittel mehr Handlungsspielraum bei der Bewältigung unserer großen Aufgaben haben“, betont Seiler.

Neben der Gewinnausschüttung leisteten die SWS mit 2,4 Millionen Euro Konzessionsabgabe und 1,1 Millionen Euro Gewerbesteuer einen wesentlichen Beitrag zum städtischen Haushalt. Der verbleibende Betrag von 3,4 Millionen Euro soll in die Gewinnrücklage der Stadtwerke eingestellt werden. „Die Eigenkapitalerhöhung ist notwendig, um die Herausforderungen hinsichtlich Digitalisierung und Energiewende meistern zu können“, sagte SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring.

Unter dem Schlagwort „Smart City“ wollen die SWS moderne Technologien aus den Bereichen Energie, Wasser, Abfall, Mobilität und Kommunikation so miteinander vernetzen, dass sich die Lebensqualität der Bewohner steigere. Konkret sollen Investitionen in Erneuerbare Energien, Glasfaser- und Funknetze, E-Mobilität sowie die MeinSpeyer-App, eine Plattform, auf der Medienangebote, Veranstaltungshinweise und weitere Dienstleistungen vereint sind, vorangebracht werden. Zudem müssten die etablierten Anlagen und Netze ausgebaut und modernisiert werden, erläuterte der Stadtwerke-Chef. „Die Digitalisierung verändert unser Leben. Schon in wenigen Jahren erwarten Experten ein Vielfaches des heutigen Datenverkehrs. Darum werden schnellste, schwankungsfreie Kommunikationsnetze zum direkten Informations- und Wissensaustausch immer wichtiger“, unterstrich Bühring. Anfang September starten die SWS in einem ersten Ausbaugebiet die Akquise für den Glasfaserausbau und die Vermarktung von Telekommunikationsprodukten. Können ausreichend Kunden unter Vertrag genommen werden, beginnt der Ausbau. Die Investitionskosten für das Teilausbaugebiet bezifferte Bühring auf 5,8 Millionen Euro.

Die Umsatzerlöse der SWS lagen 2018 bei 132,9 Millionen Euro und sind im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gestiegen.

247 Mitarbeiter beschäftigt

„Durch die Nutzung energiesparender Geräte und der Tatsache, dass viele Hausbesitzer und Unternehmer mittlerweile ihren Strom mittels Photovoltaik – auch in Kooperation mit den SWS – selbst erzeugen, gingen die Absatzzahlen im eigenen Netzgebiet zurück“, erläuterte Bühring. Dies konnte durch Kundenzugewinne in fremden Netzen mehr als ausgeglichen werden. Die Absatzzahlen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent an, die Umsatzerlöse um vier. Die Erdgasabgabe sank witterungsbedingt um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die rückläufige Absatzmenge konnte nicht durch Kundenzugewinne außerhalb kompensiert werden. Die Wasserabgabe stieg verbrauchs- und witterungsbedingt um 1,7 Prozent.

Die Besucherzahlen im Sport- und Erlebnisbad Bademaxx sind bei längeren Freibad-Öffnungstagen aufgrund des heißen Sommers und damit großen Zuspruchs um 5,1 Prozent gestiegen. Insgesamt besuchten 368.079 Gäste das Bademaxx. Die Einrichtung erreichte damit die höchste Besucherzahl seit ihrem Bestehen.

2018 investierten die SWS 6,6 Millionen Euro. Diese betreffen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in die Versorgungsnetze und -anlagen. Maßgeblich wurde in das Erdgasverteilnetz mit zwei Millionen Euro, in das Stromverteilnetz mit 1,4 Millionen Euro sowie in die Erweiterung des Wärmenetzes mit 585 000 Euro investiert. Im Bereich der Wasserversorgung lagen die Investitionsschwerpunkte beim Brunnenbau.

Zum Jahreswechsel waren 247 Mitarbeiter bei den SWS beschäftigt. Die Ausbildungsquote lag mit 26 jungen Menschen über zehn Prozent.

Durch die Entwicklung und Umsetzung zukunftsfähiger Energiekonzepte für Wohn- und Gewerbegebiete, den Betrieb zahlreicher Windräder, Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen sowie Erdgas- und Stromtankstellen haben die SWS Zeichen im Ausbau umweltschonender Technologien und erneuerbarer Energien gesetzt und wollen diesen Weg konsequent weiterverfolgen. zg

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