Speyer

Im Interview Dr. Matthias Nowack kann sich weitere Einladung der „Madonnari“-Maler vorstellen

Straßenkunst in „grünes Band“ einweben

Archivartikel

Speyer.Fünf „Madonnari“-Maler haben seit Dienstag in der Maximilianstraße vor der Tourist-Information, am Jakobspilger, vor der Alten Münze und gegenüber dem Rathaus Gemälde nach Vorbildern der Alten Meister auf das Pflaster gezaubert (wir berichteten am Mittwoch auf der Seite Metropolregion). Sie arbeiteten unter nicht ganz einfachen Bedingungen: Temperaturen um die 30 Grad und das Speyerer Kopfsteinpflaster waren eine besondere Herausforderung für die „Madonnari“-Maler, die aus Italien, Mazedonien und Mexiko kommen. Wir fragten Dr. Matthias Nowack, Leiter der Abteilung Kultur, Marketing & Kommunikation der Stadtverwaltung, wie die Aktion ankam und was das über eine mögliche Wiederholung sagt.

Wie kam die Pflastermaler-Premiere bei den Menschen an?

Dr. Matthias Nowack: Die Speyerer Bürgerinnen und Bürger und die Touristen haben das künstlerische Spektakel rund um das Historische Rathaus am Dienstag noch etwas zurückhaltend beäugt. Aber bereits am darauffolgenden Mittwoch, mit zunehmender Vollendung der Straßenmalereien, gab es großen Zuspruch vom Publikum, und nach Aussage der Künstler auch zahlreiche gute Gespräche an den Gemälden.

Wie kommt es, dass die „Madonnari“-Maler hier ihr erstes Gastspiel gaben?

Nowack: Im Gegensatz zu einigen südlichen Ländern ist die „Madonnari“-Malerei in Deutschland noch nicht sehr verbreitet. Für uns, die Abteilung Kultur, Marketing & Kommunikation, war das kleine Straßenkunstfestival eine Art „Testlauf“, um die Machbarkeit dieser Art von Straßenkunst auf dem speziellen Speyerer Pflaster zu testen.

Und wie fällt Ihre Bilanz zum „Testlauf“ aus?

Nowack: Das Ergebnis ist aus meiner Sicht sehr positiv ausgefallen, und deshalb denken wir daran, dieses Straßenkunstfestival auch 2019 anzubieten, vielleicht im Rahmen des geplanten „grünen Bandes“. Wir können uns auch vorstellen, im nächsten Jahr die Zahl der Künstlerinnen und Künstler weiter zu erhöhen und einen größeren Teil der Maximilianstraße mit einzubeziehen. Dazu wollen wir Gespräche mit der Leistungsgemeinschaft „Das Herz Speyer“ und den ansässigen Geschäften führen.

Wie hat es den Künstlern in der Domstadt gefallen?

Nowack: Die fünf „Madonnaris“ haben sich in Speyer trotz großer Hitze und Kopfsteinpflaster sehr wohlgefühlt und wollen ihr eigenes Netzwerk dazu nutzen, im nächsten Jahr weitere Straßenkünstler hierher zu locken. Alles in allem ein verheißungsvoller Anfang für alle. Einziger Wermutstropfen: Nach dem ersten großen Regen am Donnerstag sind die alten Meister schon wieder teilweise verblasst. Aber auch das ist Teil dieser Kunst: „Madonnari“-Malereien sind sehr vergänglich. sz

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