Speyer

Geschäftsleben Aufsichtsrat der Stadtwerke beschließt Investitionen in Höhe von 15,1 Millionen Euro

Strom wird teurer

Archivartikel

Speyer.Der Aufsichtsrat der Stadtwerke (SWS) hat in seiner Sitzung Gesamtinvestitionen in Höhe von 15,1 Millionen Euro für das Jahr 2020 beschlossen, 5,2 Millionen setzen die SWS in den Sparten Strom, Erdgas und Wasser für die Erweiterung und Erneuerung ihrer Netze, Anlagen und Hausanschlüsse ein. Das teilt das Unternehmen in einer Presseerklärung mit.

Dabei ist die größte Investition im Wasserbereich geplant: 1,5 Millionen Euro sollen im Wassergewinnungsgebiet Nord in den Bau eines neuen Tiefbrunnens inklusive Grundwassersammelleitung sowie in die Planung zur Erweiterung der Aufbereitung fließen. „Der Klimawandel hat mit immer häufigeren Hitzeperioden Auswirkungen auf die Trinkwassergewinnung“, erläutert Aufsichtsratsvorsitzende Stefanie Seiler. Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Bühring ergänzt: „Wir wollen auch in Zukunft eine sichere Trinkwasserversorgung von bester Qualität garantieren. Daher ist aus Gründen der Redundanz sowie zur Schonung der vorhandenen Brunnen eine weitere Erschließung des Wassergewinnungsgebiets nötig.“

1,4 Millionen Euro werden in den Bereich Fern- und Nahwärmeversorgung investiert. Neben der Erweiterung des Fernwärmenetzes, von Anlagen und Hausanschlüssen sollen auch nachhaltige Wärmeprojekte in Angriff genommen werden.

Ebenso soll der Glasfaserausbau in Speyer vorangebracht werden. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die vorgegebene Abschlussquote im Pilot-Ausbaugebiet Auestraße bis Anfang Dezember erreichen werden. Im Sommer wollen wir dann in die Umsetzung gehen“, sagt Bühring. Die Gesamtmaßnahme umfasst 5,7 Millionen Euro. Für den ersten Teilabschnitt 2020 stehen 2,8 Millionen bereit. Im Ausbaugebiet können dann 800 Hausanschlüsse von Privat- und Geschäftskunden erschlossen werden. Die SWS wollen über Glasfaser Telekommunikationsprodukte wie schnelles Internet mit Telefonie und optional TV zu wettbewerbsfähigen Preisen, jedoch mit außerordentlicher Leistung anbieten. „Mit Glasfaser, der technisch besten Lösung für schnellste und stabilste Internetverbindungen, legen wir einen wichtigen Grundstein für die digitale Zukunft unserer Stadt“, betont Seiler. Weitere Investitionen zur Optimierung der digitalen Infrastruktur in der Domstadt sind mit dem WLan-Ausbau in der Innenstadt (180 000 Euro) geplant.

Sonnenkraft statt Dieselmotoren

2,9 Millionen Euro setzen SWS für den Ausbau der Photovoltaik ein, allein 2 Millionen davon für zwei Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Eine ist am Standort Müllberg vorgesehen, um den Stromeigenbedarf der Kläranlage auf Dauer zu 100 Prozent zu decken. „Photovoltaik ist derzeit die einzige Möglichkeit, in größeren Mengen erneuerbaren Strom im innerstädtischen Raum zu erzeugen, so Bühring. „Daher gehen wir mit diesen Projekten unseren Weg konsequent weiter.“ Auch das Abschalten der Dieselmotoren diene dem Klimaschutz, ergänzt Seiler. 498 000 Euro sollen daher in den Ausbau der Landstromversorgung an der Rheinpromenade (drei Anlegestellen) investiert werden. „Damit schaffen wir Voraussetzungen zum Umstieg von dieselbetriebenem Strombetrieb zu ökologischer Versorgung während der Liegezeiten“, so Bühring.

Auch soll die Elektroladeinfrastruktur in Speyer weiter ausgebaut werden. 422 000 Euro sind im Planansatz 2020 vorgesehen für Normal- und Schnellladepunkte sowie private und öffentliche Ladestationen.

Die Verkehrsbetriebe investieren 600 000 Euro in Stadtverkehr, Hafen und Parkraumbewirtschaftung. Der größte Teil fällt mit 450 000 Euro auf den Ausbau eines öffentlichen Parkplatzes zwischen neuem Rheinhafen, Jugendherberge und Bademaxx mit 290 Stellplätzen.

Und wie wollen die Stadtwerke das bezahlen? Der SWS-Aufsichtsrat beschloss die Strom-Arbeitspreise für Grundversorgung und Sonderverträge um brutto 1,67 Cent/Kilowattstunde zum 1. Januar 2020 deutlich zu erhöhen. Die Grundpreise sollen – je nach Vertrag – um maximal zehn Euro im Jahr steigen. Für eine Familie in einem Reihenhaus (Verbrauch 2500 Kilowattstunden) macht die Anpassung monatlich 4,25 Euro aus. „Gestiegene Einkaufspreise, Netzentgelte und gesetzliche Umlagen zwingen uns jetzt zu einer Anpassung“, erläutert Bühring. „Wir geben nur einen Teil der höheren Kosten weiter und gehören in der Region nach wie vor zu den günstigsten Versorgern“, meint er. Die Kosten für Erdgas, Wasser, Wärme, Abfall und Abwasser blieben zum Jahreswechsel stabil. Der Treue-Bonus für Erdgas-Sondervertragskunden werde weiterhin gewährt. zg

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