Speyer

Kulturbeutel-Festival „Starbugs Comedy“ wirbeln als Topact und liefern in atemberaubenden Tempo Klamauk

Sympathisch augenzwinkernder Flirt

Speyer.Um es vorwegzunehmen: Alle, die am Samstagabend nicht im Alten Stadtsaal dabei waren, haben den Topact des Kulturbeutel-Festivals verpasst. Die drei herzerfrischend komischen Schweizer Fabian Berger, Martin Burtscher und Wassilis Reigel firmieren unter „Starbugs Comedy“ und liefern mit atemberaubenden Tempo Klamauk am Fließband ab. Da jagt ein Gag den andern, haben Lachmuskeln nur ein einziges Mal Zeit zur Entspannung, nämlich in der 20-minütigen Pause.

Entspannen müssen sich da auch die drei Männer, denn auch in der zweiten Halbzeit der Show „Crash Boom Bang“ gibt das Trio in den rot-weiß gestreiften T-Shirts Gas bis zur Erschöpfung. In Vorfreude auf die verdiente Dusche entledigen sich die schweißgebadeten Spaßvögel auf der Bühne ihrer Kleider und tragen nach dem Strip hinter der schwarzen Wand dieses Requisit unanstößig hinter den Vorhang. Zuvor verwirren die drei Mimen die Zuschauer mit einem sechshändigen Greifspiel und nur einem Kopf jenseits der etwa ein Meter hohen Wand.

Der Titel ist Programm. Die drei Überflieger der erfolgreichsten Schweizer Comedy-Show lassen es so richtig krachen. Die lautesten Pantomimen der Welt spielen mit allem, was ihnen in die Hände kommt.

Gängsterlook-Rap zu Beginn

Die Schweiz-Starbugs kommen vom Breakdance und zeigen dies auch heftig drehend zum Auftakt im „Gängsterlook-Rap“. Von der Tanz-Wurzel übrig geblieben ist die Liebe zu Bewegung und Rhythmus. Das fulminante Spektakel kommt ohne Worte aus. Dafür muss der Tontechniker ganze Arbeit leisten, Musikkonserven – von „YMCA“ über James Bond-Erkennungsmelodie und „What a Wonderful World“ bis zu Queens „Bohemian Rhapsody“ –etwa das Muhen einer Kuh oder Löwengebrüll da einsetzen lassen, wo ein Starbugser dem anderen imponieren will und hierzu seinen Mund aufreißt.

Präzise, schnell und ungeheuer witzig hetzen die drei ihre Show herunter. Die eidgenössische Komikdroge ist schlicht phänomenal. Im ständigen Verwechselspiel spult „Starbugs Comedy“ das Leben virtuos rückwärts und vorwärts – mal in Zeitlupe, mal im Zeitraffer. Sympathisch augenzwinkernd flirten sie mit dem Publikum, während sie sich selbst oder die Kameraden überlisten. Pausenlos geht etwas in die Hose, aber nie so wie erwartet. Da entladen sich aus als Gitarre benutzten Besen plötzlich Silberregen und zum Abschluss ein heftiger Knaller. Köstlich, wie sie mit Eifer versuchen, mit Gummipuppen Rock’n’Roll zu tanzen.

Einziger Schönheitsfehler: Dass sie mehrfach in die Hand spucken und die vermeintliche Rotze dem Kumpel ans T-Shirt oder sich selbst als Pomadenersatz ins Haar wischen, kommt unappetitlich rüber. Mit der Verpflichtung dieses Star(bugs)-Ensembles ist Matthias Folz, dem Chef des Kinder- und Jugendtheaters, jedenfalls wieder ein Volltreffer gelungen.

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