Speyer

Technik-Museum Deutlich weniger Teilnehmer beim Lanz-Bulldog-Treffen als vergangenes Jahr

Tempo und Fahrtechnik sind ausschlaggebend

Archivartikel

Speyer.Wer am Wochenende auf das Freigelände des Technik-Museums kam, war im ersten Moment überrascht. Deutlich weniger Teilnehmer als in den vergangenen Jahren hatten den Weg zum Lanz-Bulldog-Treffen gefunden. Das heiße Wetter und die Sperrung der Salierbrücke machte Pressesprecherin Corinna Siegenthaler dafür verantwortlich. Frust machte sich dennoch nicht breit.

„Unser Job ist, die Menschen glücklich zu machen“, hob Siegenthaler hervor. Genau das sei mit der Veranstaltung gelungen. Wer sich umsah, sah die Museumssprecherin bestätigt. Obgleich der Zuspruch wie die Zahl der Lanz-Besitzer am ersten Tag des Treffens überschaubar war: Wer den Weg auf das Areal fand, ging so schnell nicht wieder heim.

Während die einen fachliche Gespräche über Motoren, Glühköpfe, Baujahre und Pflege der Lanz-Traktoren und deren Kompagnons aus anderen Herstellungshäusern führten, nutzten vor allem Eltern mit ihrem Nachwuchs die Chance, die klangstarken Fahrzeuge mit ihrer riesigen Bereifung einmal aus nächster Nähe zu inspizieren.

Das Fahrgefühl austesten zu dürfen, war insbesondere für die Kinder ein Erlebnis. Offen für Anfragen waren viele Bulldog-Besitzer, die Freude daran hatten, die diesmal zur Verfügung stehende Fläche im Ausstellungsbereich für kleine Rundtouren auszunutzen. Anerkennung hegte Siegenthaler für diejenigen, die sich mit ihren Traktoren eingefunden hatten. „Die alten Fahrzeuge machen bei der Hitze nicht so gut mit“, wusste sie. Selbst der weiße Lanz des Museums sei bei der Ausfahrt durch Speyer irgendwann in die Knie gegangen und hatte wieder neu gestartet werden müssen.

Keine Anreise über Autobahn

„Wenn die Besitzer schon den beschwerlichen Weg auf sich nehmen, wollen sie auch was davon haben“, äußerte Siegenthaler Verständnis für die fehlenden Teilnehmer, die das Für und Wider vor dem Hintergrund angekündigter Gewitter und einer wegen Bauarbeiten gesperrten Direktverbindung abgewogen hatten und zu Hause geblieben waren. Eine Anreise über die Autobahn sei nicht möglich, die Ausweichstrecken über die Dörfer von der badischen Rheinseite aus einfach zu weit.

Traktor-Besitzer Sebastian aus Münchweiler an der Alsenz hatte die gut 80 Kilometer bis in die Domstadt auf sich genommen. Schließlich hatte er auch ein hehres Ziel. „Er wird versuchen, die Bestzeit vom vergangenen Jahr zu toppen“, kündigte Siegenthaler durchs Mikrofon an, während sich der Mann hinterm Steuer seines Traditions-Bulldogs am Start des Geschicklichkeitsparcours bereitmachte. Nur fünf Teilnehmer gab es in diesem Jahr. Die Chancen standen also gut.

Einen Strich durch die Rechnung machte Sebastian jedoch Felix Rosenberger, der Vorjahressieger. Nicht umsonst wurde der von Siegenthaler „Bleifuß“ genannt. Auf seinem Lanz D2416, Baujahr 1956, ging er in die Vollen und holte den Wiederholungssieg. Der 19-Jährige begründete seine Leidenschaft für den Lanz in nur zwei Worten: „Technik und Fahrspaß.“ Für Siegenthaler ist das Treffen trotz überschaubarer Zahl bei Akteuren und Besuchern gut gelaufen: „Wir wollen zeigen, dass unser Museum lebt – das ist uns gelungen.“

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