Speyer

Kunststipendiat Emil Srkalovic aus Graz malt großformatige Werke mit Acryl auf Leinwand

Tiere und Menschen bilden den Schwerpunkt

Archivartikel

Speyer.Die Ausstellung des diesjährigen Stipendiaten Emil Srkalovic wird eröffnet. Die Kunstwerke können am morgigen Freitag um 19 Uhr beim Künstlerbund Speyer betrachtet werden. Nach Grußworten von Bürgermeisterin Monika Kabs und Künstlerbund-Vorsitzendem Reinhard Ader stellt Srkalovic seine Arbeiten persönlich vor. Seit 1987 ist während der Sommerzeit ein ausländischer Künstler für drei Monate Gast im Künstlerhaus. Zum Ende des Stipendiums hat der Künstler die Gelegenheit, seine geschaffenen Werke bei einer Verkaufsausstellung der Öffentlichkeit vorzustellen.

Der in Graz lebende Stipendiat (wir berichteten), gilt als künstlerischer Grenzgänger mit ungewohnten Sichtweisen, was seinen Niederschlag auch in der Abschlussausstellung findet. Tiere und Menschen bilden den Schwerpunkt der Präsentation mit großformatigen Werken in Acryl auf Leinwand. Wobei die Tiere für Emotionen, die Menschen für Kommunikation stehen. In atmosphärisch verdichteten Szenarien hat der Künstler Botschaften verpackt, die teilweise eine Herausforderung an die Fantasie des Betrachters darstellen. Wobei Srkalovic jedem Besucher das Recht auf eine persönliche Auslegung zugesteht, die seiner Meinung jedoch in 90 Prozent aller Fälle nicht zutreffend ist.

Beim Malprozess ist die eigene Vorgabe zunächst konkret, kann sich jedoch in einer sich zuspitzenden Herausarbeitung von Charakteren verändern. Fakt ist, dass jedem Bild eine konkrete Botschaft innewohnt. Damit will Srkalovic bestimmte Weltansichten vermitteln. Zudem ist es sein Bestreben, den Blickwinkel des Betrachters zu erweitern. Was besonders für die Natur in ihrer Gesamtheit gilt, die der Mensch über Gebühr strapaziert.

Hyänen beschützen Zebra

Die 1,30 Meter auf 3 Meter große Arbeit „Sophia“ setzt sich mit dem Thema Tier und Mensch auseinander. Ein, nach Intention von Srkalovic, noch lebendes Zebra wird von Hyänen „beschützt“. Damit stellt der Künstler das natürliche Verhalten solcher Wildtiere auf den Kopf. Zumindest ist keine der beiden Hyänen am Fressen. Eine schnüffelt lediglich am liegenden Zebra, während eine zweite Hyäne sich mit weit aufgerissenem Maul in drohender Angriffshaltung einer jungen Frau zuwendet. So als wollte er seine Beute sichern. Die junge Frau, für die eine 18-jährige Speyerer Abiturientin Modell stand, wirkt unschuldig, streckt der Hyäne vertrauenserweckend die rechte Hand entgegen, ihr Blick ist unsicher, sie scheint zu fragen, erkennst Du meine friedliche Absicht nicht?

Ganz anders das nach einer speziellen Kaffeemarke benannte Werk „Kopi Luwak“. „Sophia“ rührt gelangweilt im Kaffee. Der Leopard sitzt demütig vor ihr. Mensch und Tier schauen sich an, scheinen aber nur auf geistiger Ebene miteinander zu kommunizieren. Das Thema setzt sich in weiteren Arbeiten mit kontrastreichen Gegenüberstellungen wie im Werk „Why not“ fort, auf dem ein Känguruweibchen mit einem Degen als Phallussymbol zwei Männer in die Schranken weist. In den drei Monaten seines Stipendiums hat er auch 34 – allerdings sehr farbige – Spatzen gemalt. In der kurzen Zeit seines Aufenthaltes wurden bereits 27 über Galerien verkauft. Letzte Gelegenheiten, eines der Spatzen-Bilder zu erwerben, bietet die morgige Vernissage beim Künstlerbund.

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