Speyer

Nachruf Einstiger Kokoschka-Schüler ist weit über die Region hinaus bekannt / 93-jährig verstorben

Trauer um den beliebten Maler Theo Ofer

Speyer/Harthausen.Der weit über die Pfalz hinaus bekannte und geschätzte Maler Theo Ofer (Bild) ist tot. Er starb vergangene Woche im Alter von 93 Jahren. Sein Tod kam für viele Freunde und Bekannte überraschend. Eine bis zuletzt sprichwörtliche Fitness verdankte der Künstler nicht nur seiner positiven Grundeinstellung und gesunden Lebensweise. Bei jährlichen Besuchen des Benediktinerklosters Beuron im oberen Donautal wusste er die meditative Stille der Anlage zu schätzen, um neue Kraft zu schöpfen und Körper, Geist und Seele miteinander in Einklang zu bringen.

Auch im Spätherbst seines Lebens war die Schaffenskraft des 1926 in Dudenhofen geborenen und in Harthausen lebenden Malers ungebrochen. Noch zu seinem 90. Geburtstag war eine Ausstellung des einstigen Kokoschka-Schülers im Speyerer Feuerbachhaus zu sehen, durch die er persönlich führte. Zu den zahlreichen Präsentationen in der Region und weit darüber hinaus zählten auch Ausstellungen beim Speyerer Kunstverein und im Münchner Haus der Kunst.

Bodenhaftung nie verloren

Besondere Akzente setzte der mehrfach ausgezeichnete Absolvent der Kunstschule Mannheim und der Freien Kunst Akademie Augsburg in vielerlei Hinsicht. Ofer, der 1970 die Internationale Sommerakademie in Salzburg besuchte, initiierte die Gründung des Kultursommers Dudenhofen, er war bei mehreren internationalen Maler- und Bildhauersymposien in leitender Funktion tätig und geistiger Vater eines internationalen Malersymposiums, das von 1993 bis 1998 alljährlich in Ludwigshafen durchgeführt wurde. Als Förderer der schönen Künste hat Ofer die Bodenhaftung nie verloren. So organisierte er im historischen Tabakschuppen seines Wohnortes Malerseminare, bei denen er den Teilnehmern Grundlagenkenntnisse vermittelte und ihnen erklärte, warum ein Bild niemals statisch sein sollte.

Seine von Kokoschka beeinflussten malerischen Grundüberzeugungen schlugen sich auch in der Verarbeitung von Eindrücken nieder, die er auf zahlreichen Studienreisen im In- und Ausland wie beispielsweise auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela förmlich in sich einsog. Wobei ihm Mensch und Natur als Inspirationsquellen für die kompositorische Umsetzung unverzichtbar waren. Sein Werk wurde in mehreren Buchveröffentlichungen gewürdigt. Dazu zählen die eigene Publikation „Bilder am Jakobsweg“ von 1991 und „Menschen auf dem Weg“ von 2012. Eine besondere Auszeichnung wurde Theo Ofer 2007 zuteil, als ihm die Verdienstmedaille von Rheinland-Pfalz verliehen wurde. / mey

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