Speyer

Bistum Rund 54 000 Katholiken wählen neue Pfarrgremien

Trend zur Briefwahl

Archivartikel

Speyer.Am Wochenende haben die Katholiken im Bistum Speyer die Mitglieder der Pfarreiräte, Verwaltungsräte und Gemeindeausschüsse für die kommenden vier Jahre gewählt. Rund 54 000 Gläubige beteiligten sich an den Wahlen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von rund 11,9 Prozent. „Wir sind froh, dass wir die Wahlbeteiligung von vor vier Jahren damit beinahe wieder erreicht haben“, erklärt Generalvikar Andreas Sturm. Diese hatte bei 12,2 Prozent gelegen.

„Ich gratuliere allen, die in die neuen Pfarrgremien gewählt wurden“, sagt Generalvikar Sturm. „Sie übernehmen aktive Verantwortung für das kirchliche Leben. Dafür danke ich ihnen von Herzen sowie allen, die sich als Kandidaten zur Wahl gestellt haben.“ Auch die Wahlhelfer schließt Sturm in den Dank des Bistums ein. „Kirche lebt vom Mitmachen und Mitgestalten. Das haben die mit viel Einsatz durchgeführten Wahlen in den 363 Wahlbezirken wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“ Der Trend ging diesmal klar in Richtung Briefwahl. So haben sich rund 51 Prozent der Wähler per Briefwahl an den Wahlen beteiligt.

In fünf Testpfarreien blieben die Wahllokale versuchsweise sogar ganz geschlossen. Zuvor waren alle Gläubigen, die zur Pfarrei gehören, per Post mit allen Unterlagen angeschrieben und zur Briefwahl eingeladen worden. „Die Beteiligung hat sich in den Testpfarreien fast verdoppelt“, zieht Marius Wingerter vom Referat Pfarrliche und überpfarrliche Räte ein positives Resümee. „Unsere Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.“ Die höchste Wahlbeteiligung mit 45,7 Prozent hat diesmal die Gemeinde Heilig Kreuz aus Hayna in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Herxheim erreicht.

Motivation in Städten schwer

Als schwierig dagegen erwies sich bei den Pfarrgremienwahlen, die unter 18-Jährigen zu mobilisieren. Während die Wahlbeteiligung in dieser Altersgruppe im Jahr 2015 noch bei rund 17,7 Prozent gelegen hatte, ist sie diesmal auf rund 10,6 Prozent abgerutscht. Auch in den großen Städten fällt es erfahrungsgemäß schwerer, Menschen für die Pfarrgremienwahlen zu motivieren. So lag zum Beispiel die Wahlbeteiligung im Dekanat Ludwigshafen mit 6,6 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt des Bistums.

Eine andere Schwierigkeit wurde bereits in der Vorbereitung der Wahlen offenbart. Vielerorts war es nicht oder nur mit Mühe gelungen, die notwendige Kandidatenzahl zu finden. So mussten viele Pfarreien zum Instrument der Urwahl oder der ergänzenden Urwahl greifen. Rund 50 Prozent der Plätze in den Pfarrei- und Verwaltungsräten und rund 29 Prozent der Plätze in den Gemeindeausschüssen wurden auf diese Weise besetzt. „Über diese Entwicklung müssen wir uns im Blick auf die nächsten Pfarrgremienwahlen 2023 Gedanken machen“, erklärt Generalvikar Sturm. zg

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