Speyer

Hauptbahnhof Bürgerbeteiligung an Stadtumbauprozess Kernstadt-Nord hat jetzt begonnen

Tunnel und Aufzug in der Kritik

Archivartikel

Speyer.Der Bahnhof Speyer stand im Stadtumbauprozess Kernstadt-Nord gut zwei Stunden lang auf dem Prüfstand: Barrierefreiheit, häufigere Reinigung der Unterführung, eine Überprüfung des nicht funktionierenden Aufzug-Notrufs und die Einrichtung einer öffentlichen WC-Anlage. Das sind die Hauptwünsche, die sich Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Stadtplaner Bernd Reif und Bahnhofsmanager Ulrich Demmer auf der Prioritätenliste notiert haben.

Dass sich an den Stellwänden einige Wunschzettel mit einem „Wassersprüh-Brunnen“, mehr Schattenplätzen und Dachbegrünung befassten, war eventuell mehr der großen Nachmittagshitze geschuldet, die rund um die vier Pavillons wohl auch einige Gemüter erhitzte. Die Zeit (16 Uhr) für den „Dialog Mobilitätspunkt Hauptbahnhof“ war bewusst so gewählt worden, um die „ankommenden Pendler abzufangen“ und deren Bedürfnisse und Kritikpunkte mit ins Aufarbeitungsprogramm aufzunehmen. Das gelang auch gut. Die häufigsten „Beschwerden“ von regelmäßigen Bahnnutzern betrafen den Zustand von Toilettenanlage und Unterführung.

Imbiss-Pavillon abreißen

Diese Mängel stufen OB Seiler und die Abteilungsleiterin für Stadtplanung Kerstin Trojan im Umbauprozess auch als oberste Priorität ein. Das Stadtoberhaupt kann sich an der Stelle des zurzeit nicht verpachteten Pavillons in Richtung Busbahnhof den Bau einer behindertengerechten Toilettenanlage vorstellen, eher als an der unter ihrem Amtsvorgänger Hansjörg Eger ins Auge gefassten Anlage vor dem Konrad-Adenauer-Park.

Zur Verschönerung der Unterführung denkt Trojan an eine gezielte Sprayer-Aktion. Angeregt hat ein Besucher sogar eine Videoüberwachung für den Durchgang zu den Gleisen. Bemängelt wurde auch, dass Rollstuhlfahrer und auf einen Rollator angewiesene Senioren auf den Umweg über die nördliche Rampe zum Busbahnhof hin angewiesen sind. Hier könnte eine stufenlose Rampe südlich des Bahnhofsgebäudes neben dem Fahrradabstellplatz Abhilfe schaffen.

Der zu sehr abgedichtete Fahrradschuppen ist vielen Bahnkunden ein Dorn im Auge. Häufig zeugen da teildemontierte und auch demolierte Fahrräder von unbeobachteten Langfingern. Fenster in Richtung Bahnhofsvorplatz wünscht sich ein mit Rad und Bahn zur Arbeit fahrender Speyerer. Damit diesem „Schrottplatz ein Ende bereitet wird“, wünscht sich ADFC-Vorsitzender Werner Zink ein besser gesichertes „Fahrradparkhaus“. Hier könnte eine Ladestation für E-Bikes eingerichtet werden.

Mit der Auswertung der Ideensammlung und der Erarbeitung eines Strategiepapiers hat die Stadt das Planungsbüro Mess aus Mannheim/Kaiserslautern beauftragt. Für diese für ihre innovativen Konzepte in der Region bekannten Planer hat Mitarbeiterin Hanna Rauschkolb von den Besuchern die Wünsche eingesammelt und die bunten Zettel an die Infotafeln geheftet.

Mehr Sitze am Bahnsteig

Auch einige Stadtratsmitglieder informierten sich an den vier Pavillons. Denn sie müssen in Ausschüssen grünes Licht geben für die Durchführung der Verbesserungs- und Verschönerungsmaßnahmen im Bahnhofsumfeld. Alles, was der Bahn-Service zu veranlassen hat, wie die Unterführung oder den Aufzug-Notruf, notierte sich Bahnhofsmanager Ulrich Demmer. Für den gab’s auch Lob, wie etwa für die neuen Bänke im Bahnhofsinneren. Aber für den Außenbereich können sich einige noch mehr Sitzgelegenheiten und auch in den Abendstunden bessere Beleuchtung vorstellen. Ob Demmer den von einer Besucherin gewünschten „Mini-Supermarkt“ an Land ziehen kann (oder überhaupt will), ist mehr als fraglich.

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