Speyer

Prävention Polizeiinspektion stellt neues Konzept der "Arbeitsgruppe Fahrrad" vor

Unfallzahlen sollen reduziert werden

Speyer.Mit einem weiteren Maßnahmenpaket strebt die Polizeiinspektion Speyer eine Reduzierung der Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung an. Wie nötig die im Frühjahr erfolgte Einrichtung einer neunköpfigen Arbeitsgruppe zu diesem Thema war, belegt ein Blick auf die statistische Erfassung derartiger Unfälle im Fünfjahreszeitraum 2012 bis 2016. Zahlen, Ziele und Maßnahmen stellten Polizeihauptkommissar Jürgen Preek und Hauptkommissarin Elena Lauth, die die "Arbeitsgruppe Fahrrad" federführend leitet, gestern vor.

Demnach ereigneten sich im Betrachtungszeitraum 935 Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung, was einem Jahresdurchschnitt von 187 Fällen entspricht. In den fünf Jahren wurden 763 Radfahrer verletzt, davon 624 leicht und 139 schwer. Der Radfahrer-Anteil an Verkehrsunfällen insgesamt beträgt zwar nur sieben Prozent, dafür ist die Zahl der Verletzten mit 45,2 Prozent aber überproportional hoch. Als Hauptverursacher wurde die Altersgruppe von 25 bis 64 Jahren genannt, gefolgt von Radfahrern über 64 Jahre mit 152 Unfällen.

Ein sprunghafter Anstieg ist von der Altersgruppe sechs bis neun Jahren mit 30 Beteiligungen hin zur Altersgruppe der Zehn- bis Vierzehnjährigen mit 115 Fällen zu verzeichnen. Hier spielt nach Meinung der Experten ein Wechsel von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen eine Rolle, die vermehrt von den Schülern mit dem Fahrrad angefahren werden.

Erstaunliches weist die Statistik bei den Unfallörtlichkeiten aus, wonach allein 346 Unfälle auf Radwegen registriert wurden. Dazu Hauptkommissar Preek: "Die Erfahrung lehrt, dass Radfahrer im fließenden Straßenverkehr sicherer sind!" Einen Unfallschwerpunkt stellt die Süd-Nord Verbindung mit Landauer Straße, Gilgenstraße, Bahnhofstraße und Wormser Landstraße dar.

Mehrheit in den Sommermonaten

Weniger verwunderlich ist die Feststellung, dass die Mehrheit der Unfälle in den Sommermonaten passiert. Was die Wochentage anbelangt, sind Radfahrer von Montag bis Freitag weitaus gefährdeter als am Samstag und Sonntag. Nach Uhrzeiten aufgeschlüsselt, ist zwischen 15 und 18 Uhr besondere Wachsamkeit geboten. In dieser Zeitspanne wurden 252 Vorkommnisse protokolliert.

Erklärtes Ziel der Polizei ist es, die Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung vor allem an den Hauptradfahrrouten sowie die Zahl der Verletzten zu reduzieren. Ferner soll die Kenntnis einschlägiger Verkehrsregeln sowie deren Akzeptanz bei Radfahrern erhöht werden. Bereits durchgeführt und weiter vorgesehen ist die Präventionsarbeit durch die Jugendverkehrsschule für Schüler und Flüchtlingskinder, bei der auch auf das Tragen von Schutzhelmen hingewiesen wird. Derzeit bestehe Helmpflicht nur für Fahrer von bis zu 45 km/h schnellen Pedelecs, ließen Preek und Lauth wissen.

Aktionstage geplant

Im Gespräch ist auch ein Antrag an die Landesregierung zur Einführung von Fahrradstreifen. Außerdem sind geplant: Vorträge und Aktionstage, Kontrollmaßnahmen an neuralgischen Punkten sollen verstärkt, die zielgruppenorientierte Sicherheitsberatung durch Experten der Inspektion intensiviert und Fahrrad-Aktionstage angeboten werden.

Die Auftaktveranstaltung dazu wird am Dienstag und Mittwoch (17. /18. Oktober), jeweils von 11 bis 15 Uhr, vor der Polizeiinspektion in der Maximilianstraße durchgeführt. Entsprechend dem Beginn der dunklen Jahreszeit lautet das Thema "Erkennbarkeit im Straßenverkehr".

Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Verkehrswacht Speyer, Fachgeschäft Fahrrad Weindel und der Stadt Speyer werden verschiedene Mitmachaktionen angeboten. Außerdem wird an mehreren Informationsständen Grundlagenwissen vermittelt.

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