Speyer

Gewo Abriss verwaister Geschäfte ist beschlossene Sache

Vereinsamte Ladenzeile erinnert an Tante Emma

Speyer.Ein kleiner Einkaufsmarkt, ein Elektronik-Geschäftchen und eine von einer Jalousie zugehängte Schaufensterscheibe vor undefinierbarem Ladengeschäft haben den Übergang ins neue Jahrhundert ganz offensichtlich verschlafen und schlummern einer ungewissen Zukunft entgegen. Das Dreierlei-Ladenensemble steht seit Jahren leerund kann in der Sophie-de-la-Roche-Straße „beschlechtachtet“ werden – von begutachten kann man in diesem Fall nicht mehr reden.

Der Flachbau erinnert unwillkürlich an die Besuche im einst vom Westen durch eine Mauer getrennten Deutschland. Der verwahrlost ausschauende Altbau ist im Besitz der Gemeinnützigen Wohnungsbau- und Siedlungs-GmbH (Gewo). Wie ein Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage wissen ließ, sei der Abriss des seltsamen Dreigestirns schon beschlossene Sache. An der Stelle soll ein neues Wohnhaus errichtet werden. Der Zeitpunkt für diesen Bau ist aber ungewiss, da die Gewo zunächst einmal das Großprojekt im benachbarten Viertel über die Bühne bekommen möchte.

Das kommunale Wohnungsunternehmen investiert rund 7,6 Millionen Euro in den Neubau von zwei Mietkomplexen im Zuge der Nachverdichtung in der Albert-Einstein-Straße (wir berichteten). Bis Mitte des Jahres 2021 will die Gewo dort immerhin 34 Wohnungen bezugsfertig haben. Ob schon vorher planerischer und finanzieller Freiraum besteht, um dem unschönen Anblick in der Sophie-de-la Roche-Straße ein Ende zu bereiten?

Einziger „Zweck“ der irgendwie an Tante Emma erinnernden Ladenzeile ist ein in der Mitte angebrachtes blaues Hinweisschild, das Autofahrer darauf hinweist, dass die Stellplätze davor vermietet sind. Das sind seit Jahren die einzigen Einnahmen der Gewo aus diesem abstrusen Objekt. Es wäre an der Zeit, dass diese Geldquelle versiegt. ws

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