Speyer

Galerie Kulturraum Ausstellung „Engel, Himmel und mehr“ beschließt das Jahr / Verschiedene Künstler zeigen dabei ihre unterschiedlichen Werke

Verführerinnen auf Büttenpapier

Speyer.Mit neuen Arbeiten altbekannter Künstler beschließt die Galerie Kulturraum den Ausstellungsreigen für dieses Jahr. Die finale Präsentation 2018 wird am morgigen Sonntag um 11.30 Uhr eröffnet. Galeristin Maria Franz stellt die Kunstschaffenden und ihre Werke vor.

Der Ausstellungstitel „Engel, Himmel und mehr“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Schau, die stilistisch eine Bandbreite vom Fantastischen Realismus bis zur Abstraktion abdeckt. In ihrer Einführungsrede wird die Galeristin näher auf das Thema Engel eingehen. Für Franz sind sie eine Art Sehnsucht nach den tieferen Dimensionen des Lebens, aber auch beliebte Symbole in Filmen und Liedern. Ebenso wird ihnen als Repräsentationssymbol einer bekannten Automobilmarke oder eines deutschen Automobilclubs hohe Bedeutung beigemessen.

„Sternenstaub“ und „Über den Wolken“ sind Titel, mit denen sich Regina Wiede dem Thema nähert. Im „Sternenstaub“ fängt ein kleines, engelhaft wirkendes Mädchen den rieselnden Sternenstaub mit den Händen auf. „Über den Wolken“ lässt darauf schließen, dass ein ähnlich zerbrechliches Wesen mit einer Schnur Wolken eingefangen hat und davon träumt, mit Hilfe der Schnur über den Wolken zu schweben. Bei Christine Flieger mutieren die Engel zu ausdrucksstarken visionären Gestalten. Stilistisch vom Fantastischen Realismus geprägt, spiegeln ihre detailreichen und präzise gemalten Werke in Gouache und Mischtechnik Traumvisionen mit mythologischen Hintergründen wider. Darstellungen wie „Blinddate“ oder „Traumreise“ mit ihren verfremdeten, poetisch anmutenden Engeln dürften die besondere Aufmerksamkeit der Besucher erregen.

Sie blicken frech und ironisch

Die Engel von Zoran Petrovic kommen in gewohnter Manier als geflügelte Mischwesen, manchmal auch als Teufelinnen oder Verführerinnen daher. Reizvoll in Mischtechnik auf Büttenpapier festgehalten, blicken sie dem Besucher in einer ganzen Serie frech, spöttisch, ironisch oder grotesk entgegen. Dem frohlockenden Weinengel blickt der Schalk ebenso aus den Augen wie dem auf einer Erdkugel thronenden rothaarigen Geschöpf, dem zwar Flügel gewachsen sind, dessen Ausdruck aber eher auf ein Milieu schließen lässt, für das die Farbe Rot typisch ist.

Ganz anders Angie Horlemann, die mit abstrakten Bildtafeln im Großformat eine starke Erdverbundenheit dokumentiert. In kraftvollen Werken wie „Indian Summer“ erzielt die Malerin durch übereinandergelegte Farbaufträge eine ganz bemerkenswerte Tiefenwirkung. Im energiegeladenen Wechselspiel von Farben, eingefangenen Momenten und sich verändernden Formen lädt sie dabei zu einer meditativen Reise zum Ausgangspunkt ihre Kompositionen ein.

Angelika Karbach zeigt die „Vielfalt der Alltagsengel“ in einer Keramikarbeit auf goldenem Sockel. Dicht aneinandergedrängt wachsen die Oberkörper aus einem blockförmigen Unterbau heraus. Ihre Botschaft lautet: „Oft unbeachtet, kümmern wir uns um andere Menschen“. In die Kategorie „Engel im Werden“ kann man die gemalten und gezeichneten Bildideen von Georg Karbach einstufen. In nah an der Abstraktion sich bewegenden Farbflächen sind fantasievoll gestaltete Lebewesen ansatzweise erkennbar. Vervollständigt wird die Ausstellung ab Freitag, 8. November, durch Werke des Grazer Künstlers Emil Srkalovic, dem diesjährigen Stipendiaten des Künstlerbundes Speyer.

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