Speyer

Gleichstellung Treffen in Speyer sorgt für Austausch

Verwaltung sollte da Vorbild sein

Speyer.Corona hat auch die Zeitpläne und Aktivitäten der Landesarbeitsgemeinschaft der hauptamtlichen kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Rheinland-Pfalz durcheinandergewirbelt. Doch die Speyerer Stadthalle bot jetzt Platz für ein erstes persönliches Treffen in diesem Jahr.

„Wir sind sehr froh, dass es uns unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen doch noch gelungen ist zusammenzukommen“, so die Speyerer Gleichstellungsbeauftragte Lena Dunio-Özkan. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler weiß als erste OB im Bundesland sehr gut, mit welchen Vorurteilen Frauen in Führungspositionen immer noch zu kämpfen haben. „Ich wünsche mir, dass die Fähigkeiten und nicht das Geschlecht ausschlaggebend dafür sind, welchen Beruf eine Person ausübt oder welche Position sie einnimmt“, betont sie in ihrer Ansprache. Weiterhin verdeutlicht sie, dass dies nur mit den passenden Rahmenbedingungen für Familien einhergehen könne. „Es ist wichtig, dass wir in den Verwaltungen bei der Gleichstellung aller Geschlechter als gute Vorbilder vorangehen, um so ein Umdenken in der Gesellschaft zu fördern.“

Soloselbstständige absichern

Stets präsentes Thema der Tagung waren die Folgen der Pandemie für die eigene Arbeit und die Situation von Frauen, hatten sich doch die Sprecherinnen der LAG öffentlich für eine finanzielle Absicherung soloselbstständiger Frauen eingesetzt. Diskutiert wurde auch, dass sich die Rahmenbedingungen für kommunale Frauen- und Gleichstellungspolitik deutlich verbessern müssen.

„Auch 2020 gehört die Frauen- und Gleichstellungspolitik für die Städte und Landkreise zu den nachrangigen Politikfeldern, obwohl sie seit 26 Jahren als Pflichtaufgabe in der Gemeindeordnung und der Landkreisordnung verankert ist“, moniert die LAG und bekräftigt ihre Forderung nach mehr Verbindlichkeit und deutlich höheren Standards für die Kommunen. „Wenn wir auch nur halbwegs die Situation von Frauen, gerade jetzt in Krisenzeiten, verbessern wollen und ja auch sollen, geht das nicht ohne größere Ressourcen!“ Leider habe es die Landespolitik in der Vergangenheit versäumt, die Kommunen an ihre Pflichtaufgabe der Gleichstellung von Frauen und Männern zu erinnern und von sich aus Verbesserungen anzustreben. Einbringen will die LAG ihre Forderung in den bevorstehenden Landtagswahlkampf. Sie ist Teil eines umfassenden Fragenkatalogs des Frauenbündnisses Rheinland-Pfalz.

Wichtig war die Tagung auch im Hinblick auf die Neuwahl des Sprecherinnenteams. Nach exakt 20 Jahren und 16 Jahren Sprecherinnentätigkeit stellten sich Eva Weickart aus Mainz und Birgit Löwer aus Frankenthal nicht mehr zur Wahl. Beide haben die LAG geprägt und ihr nach außen ein Gesicht gegeben. Auch Andrea Braun aus Grünstadt schied wegen der Übernahme anderer Aufgaben in ihrer Verwaltung aus dem Kreis der Sprecherinnen aus. Im Laufe ihrer Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte hatte sie wiederholt als Sprecherin fungiert.

In den Führungskreis gewählt

Wiedergewählt wurden Lena Dunio-Özkan aus Speyer, Evi Julier aus Landau und Gabriele Kretz aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich. Neu gewählt wurden Christina Koterba-Göbel aus dem Kreis Bad Dürkheim, Simone Rothermel aus Neustadt und Marita Singh aus dem Eifelkreis Bittburg-Prüm.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbeauftragten ist ein Zusammenschluss der über 40 hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten aus den kreisfreien Städten, Landkreisen, Städten und Verbandsgemeinden. zg

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