Speyer

Ehrung Freiherr-vom-Stein-Plakette für Manfred Mussotter und Helga Spitzer

Viel Idealismus und Erfahrung

Archivartikel

Speyer / Landau.Alle drei Jahre verleiht der rheinland-pfälzische Innenminister die nach dem preußischen Staatsmann und Reformer Freiherr vom Stein (1757 bis 1831) benannte Plakette an Bürger, die sich mit ihrer kommunalpolitischen Tätigkeit besondere Verdienste erworben haben. Bei der Feierstunde in der Landauer Jugendstil-Festhalle zeichnete Amtsinhaber Roger Lewentz diesmal auch die drei ehemaligen Speyerer Stadtratsmitglieder Helga Spitzer, Manfred Mussotter und Gustav Pade aus. Die Geehrten wurden von der Stadt vorgeschlagen. „Kommunale Selbstverwaltung stützt sich auf den Idealismus, die Kenntnisse und Erfahrungen sowie Ideen derer, die uneigennützig Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen“, hob der Minister bei der Verleihung hervor.

Helga Spitzer gehörte der CDU-Fraktion im Stadtrat von 1994 bis 2019 an. In den 25 Jahren kommunalpolitischer Tätigkeit brachte sie ihr Fachwissen gleich in mehreren Ausschüssen ein. Zu ihren Schwerpunktinteressen gehörte die kulturelle Entwicklung der Stadt. Folglich war sie Mitglied im Beirat der „Stiftung der Stadt Speyer für Kunst und Kultur“ sowie Kuratoriumsmitglied der „Kulturstiftung Speyer“. Sie gehörte dem Vorstand des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins an, wirkte mehrere Jahre als Hilfsschöffin am Landgericht Frankenthal und war Mitglied im Verwaltungsrat der ehemaligen Kreis- und Stadtsparkasse Speyer. 2010 setzte sie sich erfolgreich für ein Verbot zur Vermietung von städtischen Flächen an Zirkusse mit Großtieren wie Elefanten, Bären oder Löwen ein.

Für Engagement hoch dekoriert

CDU-Mitglied Manfred Mussotter wirkte von 1999 bis 2019 als Stadtrat im Kommunalparlament. Seit 25 Jahren engagiert sich der ehemalige Berufssoldat auch im Vorstand des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge Rheinhessen-Pfalz. Er war zudem zehn Jahre Hauptschöffe am Amtsgericht Speyer und ist seit 15 Jahren ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Speyer. Unvergessen sein Einsatz für den Bau eines mit Spenden finanzierten Glockenturms auf dem Hauptfriedhof. Mussotter ist Träger der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik. Für seine Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit wurde er 2013 von der Vereinigung „L’Etoile Européenne du Dévouement Civil et Militaire“ mit dem Europäischen Stern in Gold für zivile und militärische Zusammenarbeit ausgezeichnet.

Noch länger als Mussotter war Gustav Pade Mitglied im Speyerer Stadtrat, dem er für die SPD von 1984 bis 2019 beachtliche 35 Jahre, zeitweise als Fraktionsvorsitzender und mehrere Legislaturperioden als stellvertretender Fraktionsvorsitzender angehörte. Als Mitglied von ÖTV und Ver.di setzt sich der engagierte Gewerkschaftler für die Belange von Arbeitnehmern ein. Seine Wertschätzung schlug sich beispielsweise in der ehrenamtlichen Mitgliedschaft des ansonsten nur von hauptamtlichen Funktionären besetzten Vorstandes des DGB-Landesverbandes nieder.

Besondere Verdienste erwarb sich Pade auch in Leitungsfunktionen des Fischereiwesens. Unter seiner Ägide rückten Umweltbewusstsein und Naturschutz verstärkt in den Fokus der rheinland-pfälzischen Vereine und Verbände. Er ist Mitinitiator einer Kooperation mit der Universität Koblenz / Landau die sich zum Ziel gesetzt hat, gefährdete oder nicht mehr vorkommende Fischarten zu schützen beziehungsweise wieder anzusiedeln sowie Maßnahmen zur Renaturierungen von Gewässern zu unterstützen. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde Pade 2007 mit der Verdienstmedaille des Landes und 2013 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. mey

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