Speyer

Solidaritätsmarsch Terre des Femmes geht auf die Straße / Fahnenaktion und Veranstaltungen

Viele Zeichen gegen die Gewalt an Frauen setzen

Archivartikel

Speyer.Seit 19 Jahren findet die von Terre des Femmes bundesweit initiierte Fahnenaktion auch in Speyer statt. Durch die Unterstützung von zahlreichen Organisationen hat die Aktion stets an Ausmaß und Kreativität gewonnen. In diesem Jahr haben sich viele Speyerer Behörden, Banken, Institutionen, kirchliche Einrichtungen, Beratungsstellen und Krankenkassen bereit erklärt, „Flagge zu zeigen“ und mit der Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“ ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen, teilt die Pressestelle der Stadt mit.

In diesem Jahr findet die Fahnenhissung am Montag, 25. November, um 12 Uhr statt. Direkt im Anschluss gibt’s einen Solidaritätsmarsch vom Altpörtel zum Rathaus, der ein symbolisches Zeichen zur Beseitigung von Gewalt setzen soll. Treffpunkt ist kurz vor 12 Uhr am Altpörtel. Vor dem Rathaus wird Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler um 12.30 Uhr, stellvertretend für alle in Speyer mitwirkenden Behörden, die Fahne hissen. Bereits einige Stunden früher, um 9.30 Uhr, findet im Historischen Ratssaal eine öffentliche Sitzung des Arbeitskreises „Gewalt gegen Frauen“ mit einem Vortrag zur „Prostitution in Rheinland-Pfalz“ und anschließendem Austausch statt.

2014 entführten Mitglieder der islamistischen Terrororganisation Boko Haram 276 Schülerinnen aus einer Schule im Norden Nigerias. Ihr Schicksal ist kein Einzelfall. Bis heute befinden sich tausende Frauen in der Gewalt von Terroristen. Nach weltweiten Protesten, insbesondere durch Michelle Obamas Kampagne „#BringBackOurGirls“ konnte die nigerianische Regierung 2017 Boko Haram veranlassen, 100 versklavte Mädchen und Frauen freizulassen. Der Fotograf Andy Spyra hat einige von ihnen in sehr sensibler Weise fotografiert, der Titel: „Stolen Girls“.

Würde und Schönheit

Die Schwarz-Weiß-Porträts zeigen eindrücklich die Spuren der erlittenen Gewalt als auch die Würde und Schönheit dieser Frauen. Verknüpft werden die Bilder mit Texten von Zeit-Reporter Wolfgang Bauer, der mit ihnen gesprochen hat.

Andy Spyra zählt zu den gefragtesten Fotografen Deutschlands. Er studierte Dokumentarfotografie an der Fachhochschule Hannover und arbeitete als Freelancer international für verschiedene Medien. Im Jahr 2008 erhielt er unter anderem als erster deutscher Preisträger den renommierten „Getty Images Grant for Editorial Photography“.

Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist auch in Deutschland und Speyer traurige Realität. In der Ausstellung wird es zu diesem Thema mehrere Veranstaltungen sowie einen Büchertisch geben. Die Veranstaltungen finden, bis auf den Fachvortrag, in der Dreifaltigkeitskirche statt. Am Sonntag, 25. November, findet ab 19 Uhr die offizielle Eröffnung mit Grußworten von OB Stefanie Seiler und Oberkirchenrätin Marianne Wagner statt.

Eine Einführung in die künstlerischen Aspekte wird Birgit Weindl geben. Matthias Folz liest aus dem Buch „Die geraubten Mädchen“ von Wolfgang Bauer. Der Eintritt ist frei. Eine Woche später, am Dienstag, 3. Dezember, findet von 9 bis 13 Uhr ein Fachtag zum Thema „Umgang mit Trauma, Traumafolgen und Traumafolgestörungen“ statt (Anmeldung bitte per E–Mail an gleichstellungsstelle@stadt-speyer.de).

Noch eine Aktion dürfte für Furore sorgen: Weltweit sollen am 25. November ab Einbruch der Dunkelheit Gebäude in orangem Licht erstrahlen. Eine Aktion von Zonta. Das Domkapitel hat sich mehrheitlich für eine Beteiligung ausgesprochen. Auch die evangelische Landeskirche und das Historische Museum sind bei der Aktion dabei und orange. zg

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional