Speyer

Deutsche Staatsphilharmonie Viertägiges Musikfest findet in der Sommerresidenz statt

Vom „Kleinen Prinzen“ bis Abschiedssinfonie

Archivartikel

Speyer.Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz bezieht von Donnerstag bis Sonntag, 4. bis 7. Juli, ihre Sommerresidenz in Speyer und feiert damit die sechste Auflage des beliebten Musikfestes. Den Zuhörer erwarten große Sinfonik, kammermusikalische Serenaden, eine musikalische Lesung und zwei Kinderkonzerte. Der designierte Chefdirigent Michael Francis dirigiert sowohl das Eröffnungs- als auch das Schlusskonzert. Zu Gast sind der Geiger Stefan Jackiw und der Pianist Herbert Schuch.

Michael Francis, der ab der kommenden Saison das Orchester als Chefdirigent leiten wird und dem die Staatsphilharmonie derzeit ein Künstlerportrait widmet, eröffnet das Musikfest am Donnerstag, 4. Juli, um 19.30 Uhr mit Händels „Feuerwerksmusik“ in der Dreifaltigkeitskirche. Der junge US-amerikanische Geiger Stefan Jackiw wird an Francis’ Seite Mozarts Violinkonzert Nr. 5 in A-Dur spielen. Das Konzert gilt als eines der authentischen aus Wolfgang Amadeus Mozarts Feder und trägt den Beinamen „Türkisches“. Auch das Werk von Igor Strawinsky führt einen Beinamen: Das Konzert in Es-Dur für Kammerorchester, „Dumbarton Oaks“, ist nach dem Landhaus in Washington, D.C. benannt, wo es uraufgeführt wurde. Ebenso trägt Haydns Sinfonie Nr. 104 den Namen ihres Uraufführungsortes im Titel, so gehört sie zu Haydns berühmten Londoner Sinfonien und wurde in ebenjener Stadt uraufgeführt.

Quartette und Quintette

Die Serenaden im historischen Ratssaal bieten den Musikern der Staatsphilharmonie die Möglichkeit, sich auch gestalterisch am Festivalkonzept zu beteiligen. Die Programme werden von ihnen zusammengestellt. In der Serenade 1 am Freitag, 5. Juli, 19.30 Uhr, präsentiert das Ensemble Quartette und Quintette von Franz Xaver Süßmayr, Wolfgang Amadeus Mozart und Nino Rota. Die Besetzung – bestehend aus Flöte, Oboe, Violine, Viola, Cello und Harfe – bietet nicht nur klassischen Komponisten wie Mozart eine Bühne, sondern lässt auch die Musik des Komponisten Nino Rota aus dem 20. Jahrhundert erklingen.

Klassisch nur auf den ersten Blick

Die Serenade 2 am Samstag, 6. Juli, 19.30 Uhr, mutet bei Betrachtung der Besetzung aus zwei Violinen, Viola, Cello und Klarinette eher klassisch an und präsentiert Werke von Haydn, Strawinsky und Mozart. Das Reiterquartett von Joseph Haydn ist jedoch so gar nicht konventionell, ist es nach den fünf heiteren, hellen und durchaus populären Quartetten klanglich schroff und abweisend. Das galoppierende Hauptthema, woher das Quartett seinen Namen hat, habe Haydn angeblich einem Reiter abgelauscht, der zufällig an seinem Fenster vorbeigaloppierte.

Vorreiter der Minimal Music

„Der Künstler muss sein Leben genau einteilen“ – unter diesem Titel steht die musikalische Lesung am Sonntag, 7. Juli, 11 Uhr, im Historischen Ratssaal. Der Autodidakt Erik Satie schrieb nicht nur herausragende Musik, die ihn zum Vorreiter der Minimal Music machte, sondern auch die „Memoiren eines Gedächtnislosen“, welche mit Saties Möbelmusik in der Lesung durch eine Sängerin, den Pianisten und den Sprecher zusammengebracht werden.

Märchen über Freundschaft

Das Kinderkonzert widmet sich ebenso dem Werk eines französischen Kunstschaffenden und stellt den kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry in den Mittelpunkt. Am Samstag und Sonntag, 6. und 7. Juli, wird jeweils um 15 Uhr in der Heiliggeistkirche das musikalische Märchen über Freundschaft, Liebe, Fernweh und Poesie zur Aufführung kommen.

Fulminanter Schlusspunkt

Die neugotische Gedächtniskirche bietet die ideale Kulisse, um die Sommerresidenz der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz so fulminant zu beenden, wie sie mit der „Feuerwerksmusik“ begonnen hat. Am Sonntag, 7. Juli, 18 Uhr, tritt zum Schlusskonzert abermals Michael Francis an das Pult und begrüßt den Pianisten Herbert Schuch. Mit Haydns sogenannter „Abschiedssinfonie“ schließt sich der Kreis des Musikfestes. zg

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