Speyer

Kriminalitätsstatistik Zahl der Straftaten sinkt weiter / Straßen sind deutlich sicherer geworden

Wahrnehmung und Wirklichkeit differieren

Archivartikel

Speyer.Das jetzt von Polizeirat Stephan Weber und Kriminaloberkommissarin Carmen Friedek vorgestellte Kriminalitätslagebild der Polizeiinspektion Speyer für 2019 weist in vielen Teilen eine positive Tendenz aus. Dies gilt ebenso für die meisten Kriminalitätsformen im Fünfjahresvergleich. Die Statistik bezieht sich auf den Dienstbezirk der Polizeiinspektion mit etwa 76 000 Einwohnern, zu dem neben Speyer die Gemeinden Römerberg-Dudenhofen und Otterstadt gehören.

Von den Kernaussagen lässt sich ableiten, dass sich die Gesamtkriminalität 2019 im Fünfjahresvergleich auf einem relativ niedrigen Stand befindet, rückläufige Straftaten im öffentlichen Raum sogar den niedrigsten Stand in den letzten sieben Jahren aufweisen und Wohnungseinbrüche sich trotz eines leichten Anstiegs zum Vorjahr ebenfalls auf einem niedrigen Niveau bewegen.

Rückläufig sind zudem Gewaltkriminalität und Diebstahlsdelikte. Einen leichten Zuwachs weisen hingegen Vermögens- und Fälschungsdelikte auf. Erfreulich wiederum die zusammenfassende Aufklärungsquote, die den höchsten Stand der letzten fünf Jahre erreicht hat.

708 Ermittlungen in der AfA

In der Einzelbetrachtung ist festzuhalten, dass die Inspektion bei der Gesamtzahl der Fälle zwei Vergleichstabellen erstellt hat. Eine Tabelle schließt für 2019 die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz ein. Bei diesen Fällen handelt es sich kriminaltechnisch überwiegend um illegale Einreisen und nicht um Straftaten, die im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Speyer begangen wurden. Zuständig für die Bearbeitung dieser Fälle ist die Ermittlungsgruppe Migration, die organisatorisch zur Polizeiinspektion gehört, aber mit sieben Polizeibeamten in der Speyerer Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) ständig Dienst vor Ort leistet. Insgesamt erfolgte die Bearbeitung von 708 Straftaten innerhalb und außerhalb der Sammelunterkunft, davon 338 Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz. Bei Rohheitsdelikten, Diebstählen, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und anderen Straftatbeständen wurden 750 Tatverdächtige ermittelt. Die Aufklärungsquote betrug 92,2 Prozent.

In der zweiten Tabelle wurden Straftaten nach dem Aufenthaltsgesetz herausgerechnet. Diese Statistik weist für den Berichtszeitraum 2019 insgesamt 5235 Fälle aus. Um die 338 Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz bereinigt, ist das der niedrigste Stand in den letzten fünf Jahren. 2015 wurden 5781 und 2018 noch 5440 Fälle erfasst. Der Löwenanteil entfällt mit 4475 Fällen auf die Stadt Speyer. Die Aufklärungsquote insgesamt lag 2019 bei 61,4 Prozent.

Und noch immer der Enkeltrick

Der Schwerpunkt der Straftaten liegt weiterhin im Bereich der Diebstahls- und Rohheitsdelikte. Im Einzelnen schlagen Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit mit 18 Prozent zu Buche. Gefolgt von Diebstählen ohne erschwerende Umstände mit 17 Prozent, Diebstählen unter erschwerenden Umständen wie Banden- und gewerbsmäßiges Handeln mit 15 Prozent sowie Vermögens- und Fälschungsdelikten mit 14 Prozent. Zu letzten zählen Internetbetrug, Gewinnversprechungen und der immer noch häufig angewandte Enkeltrick, bei dem die Täter telefonisch auch Druck auf Senioren ausüben. Weitere Straftatbestände machen in der Summe 36 Prozent aus. Der Anteil der Männer an Tatverdächtigen beträgt 74,3 Prozent, der von Frauen liegt bei 25,7 Prozent.

Was Rauschgiftdelikte anbelangt, bevorzugen Dealer und Konsumenten für den Verkauf und Erwerb von Rauschgift öffentliche Räume – vorzugsweise Parkanlagen. Dank einer verstärkten Polizeipräsenz und weil die Szene ziemlich bekannt ist, war die Aufklärungsquote trotz gestiegener Fallzahlen in 2019 sehr hoch. Bei Wohnungseinbrüchen handelt es sich meist um professionelle Serientäter. Der Rückgang in diesem Bereich ist nach Meinung der Experten auf repressive und präventive Polizeimaßnahmen sowie eine verbesserte Sicherheitstechnik zurückzuführen. Weber wies darauf hin, dass die Straßenkriminalität entgegen öffentlicher Wahrnehmung seit fünf Jahren kontinuierlich zurückgeht.

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