Speyer

Institut für pfälzische Geschichte Spannende Tagung geplant

Weibliche Lebenswelten vor mehr als hundert Jahren

Archivartikel

Speyer.„Weibliche Lebenswelten im langen 19. Jahrhundert“ – so heißt die Tagung im Historischen Ratssaal in Speyer, Maximilianstraße 12, zu der das Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde zusammen mit dem Historischen Verein der Pfalz und dem Stadtarchiv am Freitag und Samstag, 25. und 26. Oktober, einlädt. Dieses spannende Thema wurde bislang in der Regionalgeschichtsforschung eher vernachlässigt, so dass lediglich ein paar Einzelstudien den Geschichtsinteressierten vorliegen.

Die Jahrestagung des Historischen Vereins unter Leitung von Institutsdirektorin Dr. Sabine Klapp und Stadtarchivleiterin Dr. Christiane Pfanz-Sponagel betrachtet einen Zeitraum, der vor dem Hintergrund der industriellen Revolution und der damit einhergehenden Trennung der Arbeits- und Wohnbereiche von Familien weitreichende Veränderungen für den Lebensalltag von überwiegend bürgerlichen Frauen mit sich brachte. Ihr Leben fokussierte sich nun stark auf den häuslichen, privaten Bereich, während Arbeiterinnen mit langen Arbeitstagen und schlechter Entlohnung zum Haushaltseinkommen beitragen mussten.

Politische Teilhabe gefordert

Seit der Französischen Revolution wurden – zunächst zaghaft und im Verlauf der ersten Frauenrechtsbewegung immer stärker – Forderungen nach politischer Teilhabe von Frauen laut. Sie kamen aus verschiedenen sozialen Schichten und Gruppen und schlossen sich auch in der Pfalz in Vereinen zusammen, die ihnen eine öffentliche Plattform boten. Gebündelt wurden solche Interessen durch einen Verband der Pfälzischen Fraueninteressen-Vereine. Schrittweise durchgeführte Reformen im Bereich der Mädchenbildung führten ab der Wende zum 20. Jahrhundert nicht zuletzt zur allmählichen Öffnung der Universitäten für Frauen.

Ausgehend von den historischen Entwicklungen beleuchtet die eineinhalbtägige Tagung unterschiedliche Lebens- und Arbeitsfelder von Frauen und gibt Einblicke in öffentliche wie private Wirkungs- und Einflussbereiche. Sie beginnt freitags um 9 Uhr und endet samstags gegen 13.30 Uhr.

Hochkarätige Forscherinnen

Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, den Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder und den Vorsitzenden des Historischen Vereins, Ex-OB Werner Schineller, beschäftigen sich elf hochkarätige Wissenschaftlerinnen, darunter Professorin Dr. Eva Labouvie (Magdeburg), Professorin Dr. Sylvia Schraut (München), Dr. Charlotte Glück (Zweibrücken) und Dr. Lenelotte Möller (Speyer), sowie der ehemalige Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte, Roland Paul, die unterschiedlichsten Lebenswelten der Frauen. Am Freitagabend liest ab 19 Uhr Schauspielerin Bettina Blum Originaltexte aus dem 19. Jahrhundert, die dem Ausspruch „Nach Freiheit strebt jetzt auch das Weib“ folgen; Cellistin Isabell Eichenlaub sorgt für Musik.

Die Tagung dient einer Bestandsaufnahme, soll aktuelle Forschungsprojekte bündeln und eine Plattform zur Diskussion und Vernetzung bieten. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei und für alle Interessierten möglich; eine Anmeldung sollte aus organisatorischen Gründen beim Historischen Verein, Telefon 06232/13 25 23, E-Mail: hv@museum.speyer.de erfolgen. zg

Info: Programm unter www.pfalzgeschichte.de/einladung-zur-tagung-weibliche-lebenswelten-im-langen-19-jahrhundert

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