Speyer

Städtische Galerie Sigurd Rompza, Jan Meyer-Rogge und Claudia Vogel präsentieren „Elementar“

Werke von fast flüchtig wirkender Leichtigkeit

Speyer.In der Städtischen Galerie ist bis Sonntag, 3. November, die Verkaufsausstellung „Elementar“ zu sehen. Gezeigt werden Bilder und Plastiken von Professor Sigurd Rompza, Jan Meyer-Rogge und Claudia Vogel. Die Werkschau ist der konstruktiven Kunst zuzuordnen, womit die im Kulturhof Flachsgasse ansässige Galerie nach Aussage ihres künstlerischen Leiters Franz Dudenhöffer eine lange Tradition fortsetzt.

Bereits die Namen der ausstellenden Künstler lassen erahnen, dass die Exponate in ihrer besonderen Ausprägung beim Publikum Aufmerksamkeit erregen und assoziativ zu eigenen Interpretationen anregen werden. Für alle drei gilt, dass sie authentisch sind, über eine persönliche Handschrift verfügen und ihre ästhetischen Kunstwerke nicht von einer den Raum beherrschenden Materialfülle, sondern von einer fast flüchtig wirkenden Leichtigkeit bestimmt werden.

Wie Farbe das Licht verändert

Der 1945 im saarländischen Bildstock geborene und in Neunkirchen lebende Sigurd Rompza hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Konkreten Kunst und zu den Grundlagen der Gestaltung publiziert. Als Professor an der Universität des Saarlandes und der Hochschule der Bildenden Künste Saar lehrte er Malerei und dozierte über Grundlagen der Gestaltung. Europaweit blickt Rompza auf etwa 480 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen zurück.

In Speyer thematisiert er die Veränderung der Farbe durch das Licht. In seinen „Farb-Licht-Modulierungen“ erfährt die Farbe hinsichtlich Tönung, Helligkeit und Sättigung eine oftmals frappierende Umwandlung. Die „Flüchtigkeit des Seins“ spiegelt sich in Hell-Dunkel-Kontrasten mit entsprechenden Licht- und Schatteneffekten wider. Die flexible Modellierung der Arbeiten durch unterschiedliche Lichtverhältnisse gilt gleichermaßen für Rompzas Bildwerke in Acryl und Lack auf MDF-Platten, in besonderer Weise jedoch für seine flüchtigen Aluminiumgeflechte, bei denen der Schattenwurf neue Sichtweisen eröffnet und die Komplexität der Objekte sichtlich erhöht.

Jan Meyer-Rogge wurde 1935 in Hamburg geboren. Von 1955 bis 1958 studierte er Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Es folgten Studienaufenthalte in Amsterdam, Berlin, Florenz und Madrid. Seit 2013 ist er Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg. Der mehrfach ausgezeichnete Künstler setzt sich in seinen Arbeiten aus gebogenen oder verwinkelt angeordneten Stahlbändern, Stäben und Scheiben mit dem Gewicht auseinander.

Teile seiner luftigen Skulpturen ordnet er zu einer ausbalancierten Einheit, deren Gleichgewicht man durch Verlagerungen immer wieder neu ausloten kann. So teilt sich ein Ring durch leichten Druck in zwei Hälften. Bei anderen Exponaten besteht die Möglichkeit, sie durch Umverteilung von Elementen in leichte Schwingungen zu versetzen.

Bilder entstehen „von hinten“

Claudia Vogel, 1975 in Bernburg an der Saale geboren und in Saarbrücken lebend, ist ehemalige Schülerin von Sigurd Rompza, bei dem sie das Studium der Freien Kunst absolvierte und von ihm zur Meisterschülerin ernannt wurde. 2015 für den Robert- Schuman-Kunstpreis nominiert, betätigt sie sich noch intensiver als ihre Ausstellungskollegen in der „nichtabbildenden“ Kunst.

Die Farbe ist zwar Gegenstand ihrer Malerei, wird jedoch von nicht alltäglichen Merkmalen bestimmt. Ihre meist monochromen Bilder entstehen quasi „von hinten heraus“, indem Vogel die Farbe mit der Spachtel durch verschiedene Trägermaterialien wie Gaze, Baumwolle oder Jute drückt. Frappierend das Ergebnis der Kompositionen, denn die reliefartig anmutenden und von vorne nicht nachträglich bearbeiteten Bildoberflächen strahlen mit ihren leicht porösen Strukturen eine beachtliche Ruhe aus.

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