Speyer

Postplatz-Umgestaltung Am 21. Oktober sind beim Workshop Ideen der Bürger gefragt

Wohin jetzt mit dem alten Brezel-Pavillon?

Archivartikel

Speyer.Die überbaute Stahl-Glas-Pyramide galt über zwei Jahrzehnte als das teuerste Brezelhäuschen der Welt. Den Pavillon am Postplatz hat die Brezelbäckerei Johann Berzel 2014 aufgegeben. Der Versuch, ihn als Gemüseverkaufstand zu nutzen, schlug wegen der hohen Temperaturen und aufgrund der geringen Fläche sowie der fehlenden Infrastruktur fehl. Zurzeit ist der Pavillon nicht verpachtet und lediglich in den Abendstunden ein lärmender Treffpunkt multikultureller Jugend.

Im Stadtumbauprozess Kernstadt-Nord, der das Umlenken des Bahnhofsumfelds sowie die Weiterentwicklung des St.-Guido-Stifts-Platzes als Großprojekte beinhaltet, steht die Umstrukturierung des Postplatzes auf der Agenda der Stadt. Dazu gehört natürlich auch die Frage, wie sich der Pavillon gestalterisch und in Bezug auf eine Nutzung in ein zukünftiges Konzept integrieren lässt. Der Prozess zur Platzneugestaltung wird mit einem öffentlichen Stadtumbau-Workshop starten. Dieser soll nach Auskunft der Pressestelle am Montag, 21. Oktober, ab 16 Uhr direkt vor Ort stattfinden. Bei dieser Gelegenheit haben die Bürger hinreichend Gelegenheit sich in den Prozess einzubringen. Und an Argumenten für eine Umgestaltung wird es den Speyerern gewiss nicht mangeln.

Ein schöner Traum

Zur Erinnerung: Der Architekt der Post-Pyramide hat sich zur 2000-Jahrfeier der Stadt 1990 eine licht- und luftdurchflutete Konstruktion vorgestellt, die den Blick auf die imposante Post-Fassade nicht beeinträchtigt. Warum das innere Häuschen aber so klein bemessen sein musste, ist allein mit den geringen Ausmaßen des Postplatzes nicht zu begründen. Es diente ohnehin nie Postzwecken, reichte gerade so für die Brezelfrau und die Auslage von ein paar Laugenbrezeln und -stangen.

Die Rundherum-Verglasung hatte den Berzelschen Verkäuferinnen in nahezu 25 Jahren an heißen Sommertagen enorm hohe Temperaturen beschert und den Verkaufsplatz in einen Backofen verwandelt. Viele plädieren auf Abriss oder den Abbau der gesamten ergrauten Stahl-Glas- Konstruktion.

Nun, da das Postgebäude nicht mehr seinem ursprünglichen Zweck dient, nur noch Fassade ist, zur Postgalerie wurde und bald auch Hotelzimmer bekommen soll, steht einer Umgestaltung des Platzes wahrlich nichts mehr im Weg. Die dort installierten Fahrradständer sind zwar meist gut genutzt, wären aber auch verzichtbar oder könnten auf die andere Seite des Altpörtels transplantiert werden. Mit dem Fahrrad gelangt man ohnehin nur sehr schwer auf den Platz, der stets von Bussen umkurvt oder vollgestellt wird.

Das hohe Verkehrsaufkommen an diesem Knotenpunkt von Maximilian-, Bahnhof- und Gilgenstraße dürfte sich vermutlich als Hauptproblem bei der Umorientierung herausstellen. Am Beginn der Fußgängerzone muss man ja schließlich auch an die laufenden Menschen denken. An die denken sehr oft auch die Radfahrer nicht, die mit meist wesentlich mehr als Schritttempo über die Speyerer Via Triumphalis radeln oder rasen.

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