Speyer

Zeitreise durch die Medizingeschichte

Historisches Museum der Pfalz: Sonderausstellung „Medicus – Die Macht des Wissens“ öffnet am 8. Dezember in Speyer

Speyer.Erfolgsautor Noah Gordon hatte den Berufsstand und die mittelalterliche Gesellschaft, in der er ausgeübt wurde, einst prominent in das breite literarische Bewusstsein gerückt: den des Medicus. Es ist Welt der Bader und Quacksalber, in der der junge Rob Cole - die Hauptfigur in Gordons vor über 30 Jahren erschienenem Roman „Der Medicus“ – aufwächst. „Sein Wunsch, kranke Menschen zu heilen und sein Verlangen nach Erkenntnis, führt ihn von Europa in den Orient, wo er durch die arabischen Gelehrten auf das medizinische Wissen der Antike trifft“, notiert das Historische Museum der Pfalz in Speyer, das vor dem Hintergrund von Gordons Erzählung und deren Verfilmung im Jahr 2013 eine kulturhistorische Sonderausstellung zeigt: „Medicus – Die Macht des Wissens“ lautet der Titel der Schau, die am Sonntag, 8. Dezember, eröffnet wird. Sie nutzt den literarischen Zugang, um den Besuchern die komplexe und faszinierende Entwicklung des medizinischen Fortschritts zu vermitteln. Die bis zum 21. Juni nächsten Jahres geöffnete Ausstellung spannt dabei den Bogen vom Altertum bis zur Gegenwart und veranschaulicht, wie das antike Wissen über Rom und Byzanz in den arabischen Raum gelangte und im 11. Jahrhundert zurück nach Europa kehrte, wo es schließlich auf die Welt der Klostermedizin traf. Die Museumsgäste begegnen mithin Heilkundigen des Mittelalters und Ärzten der Neuzeit, lernen das medizinische Wissen der Antike kennen und erhalten zugleich einen Ausblick auf die wissenschaftliche Forschung der Zukunft.

Heilende Statue

„Auf den Spuren des Medicus begibt sich die Ausstellung auf die Suche nach dem medizinischen Wissen verschiedenster Zeiten und Kulturen und führt so Zeugnisse ganz unterschiedlicher Herkunft aus mehr als 5000 Jahren erstmals in einem Ausstellungskontext zusammen“, führt das Museum in seiner Ankündigung aus. Von Knochensägen über Schädelbohrer bis zur heilende Statue aus dem alten Ägypten – mehr als 600 Ausstellungsstücke werden bei „Medicus“ präsentiert.

Das Begleitprogramm zur Sonderausstellung startet am Samstag, 14. Dezember, um 15 Uhr, mit einer Veranstaltung für die Club-Kinder des Jungen Museums (ab sechs Jahren) zum Thema „Medicus – Der Stein der Weisen“. Hierbei wird ein Amulett aus Speckstein als Glücksbringer gestaltet. Anmeldung unter Telefon 06232/62 02 22.

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