Speyer

Erinnerung Zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht wird an drei Orten der Opfer gedacht / Premiere für Ketscher Komponistin

Zerstörung der Synagoge soll nicht vergessen werden

Speyer. Shabbat.Zur gemeinsamen Gedenkveranstaltung „80 Jahre Reichspogromnacht“ laden die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz, der DGB-Stadtverband, die Initiative „Stolpersteine für Speyer“, die Dompfarrei Pax Christi und die Stadt Speyer ein. Damit das Erinnern an die Zerstörung der ehemaligen Speyerer Synagoge durch die Nationalsozialisten nicht mit dem Vorabend des zusammenfällt, wird in diesem Jahr bereits am Donnerstag, 8. November, zum offiziellen Gedenken eingeladen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die dreiteilig angelegte öffentliche Veranstaltung beginnt um 17 Uhr im Gemeindesaal der Synagoge Beith Schalom, Weidenberg 3. Nach der Begrüßung durch die Jüdische Kultusgemeinde wird Oberbürgermeister Hansjörg Eger über die historische und politische Einordnung der Ereignisse vom 9. November 1938 sprechen.

Kerzenlicht an den Straßen

Unter der Leitung von Daniel Spektor wird die Gedenkveranstaltung kammermusikalisch gestaltet. Neben Werken von Paul Ben-Haim und Joseph Kaminski wird auch die Filmmusik aus „Schindlers Liste“ von John Williams und eine Uraufführung des Liedes „Shoah“ der in Ketsch lebenden Komponistin Tamara Ibragimova mit einem Text von Viola Taraz zu Gehör gebracht (wir berichteten). Der zweite Teil der Gedenkveranstaltung wird gegen 18 Uhr am St. Guido-Stiftsplatz beginnen. Von dort aus wird sich ein Gendenkzug durch die Wormser Straße zum Kreuzungsbereich Wormser-/Maximilianstraße stattfinden. Die Veranstalter würden sich freuen, wenn die Teilnehmer mit Kerzenlicht das Totengedenken im Straßenbild veranschaulichen, so die Pressemitteilung weiter. Im Kreuzungsbereich wird die Initiative „Stolpersteine für Speyer“ an das Schicksal der jüdischen Familien Altschüler, Mayer und Cahn erinnern, an deren einstigen Wohnstandorten in der Maximilianstraße im kommenden Jahr die nächsten Stolpersteine verlegt werden.

Für den dritten Teil des Gedenkens wird der Schweigemarsch zum Gedenkstein an die ehemalige Speyerer Synagoge in der Hellergasse ziehen. Nach dem Redebeitrag von DGB-Stadtverbandsvorsitzendem Axel Elfert wird Diakon Paul Nowicki gemeinsam mit Vertretern des Jugendstadtrates Rede und Gebet für die Opfer der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gestalten.

Gebete der Heilung

Am Gedenkstein wird Diakon Nowicki auch die Zusage für einen Finanzbaustein für weitere Stolpersteine formulieren, den die Dompfarrei Pax Christi beisteuert. Abschließend wird Juri Aschkenasi von der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz das jüdische Heiligungsgebet, den Kaddisch, sprechen. Musikalisch begleitet wird das Gedenken in der Hellergasse von Wolfgang „Blueswolf“ Schuster. zg

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