Speyer

Zurück zu den Wurzeln

Die Verantwortlichen bei der Stadt und der Hans Purrmann Stiftung sollten sich bei der nächsten Vergabe der hoch dotierten Preise wieder verstärkt am Wirken des Namensgebers orientieren. Der Mut zum Experiment darf nicht in fast ausschließlich konzeptionellen Arbeiten münden, die den Schwerpunkt der diesjährigen Präsentation ausmachen.

Purrmann war schließlich Maler, und diese Kunstform ist bei den Werken der Finalteilnehmer absolut unterrepräsentiert. Hinzu kommt, dass in der Werkschau konzeptionelle Kunst gezeigt wird, die nicht wenige Besucher beim ersten Rundgang als Zumutung empfanden.

Offensichtlich geht die Kunst inzwischen einen Weg, der selbst dem extremsten Experiment kritiklos Tür und Tor öffnet. Was gute Kunst ausmacht und wofür Künstler in der Vergangenheit und Gegenwart hohes Ansehen erlangten, haben Kunstschaffende wie Pablo Picasso, Marc Chagall, Auguste Rodin oder ganz aktuell Gerhard Richter eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Bei der Werkschau in Speyer hingegen feiert konzeptionelle Kunst in übersteigerter Form Erfolge. Die Kommentare bekannter Persönlichkeiten, die der Kunst normalerweise nahestehen und teilweise selbst als Künstler oder Manager von Künstlervereinigungen tätig sind, sprechen eine andere Sprache.

So verließ der angesehene Vorstandsvorsitzende einer großen Stiftung in Speyer die Ausstellung sichtlich irritiert. Deutlicher brachte es der für seine Sachlichkeit bekannte Vorsitzende einer weiteren Stiftung zum Ausdruck, der von einer Verhöhnung des Publikums sprach.

Noch niederschmetternder ein weiteres Urteil: „Könnte Hans Purrmann das hier sehen, würde er sich im Grab umdrehen“, sagte der Leiter einer regionalen Kunstvereinigung. Weitere Kritik galt der Auswahl der finalen Werke, über die sich einige Besucher sehr verwundert äußerten.

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