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„40 Punkte werden schon schwer genug“

Landesliga Odenwald: Beim SV Königshofen lässt man sich vom dritten Platz der Vorsaison nicht blenden und schaut eher nach unten

Gelassenheit ist im Sport immer dann eine Tugend, wenn sie mit zielstrebiger Entschlossenheit einhergeht. Diese Eigenschaften muss man dem Landesligisten SV Königshofen attestieren – und dies nicht erst seit der vergangenen Runde, die auf Rang 3 endete und den Trainer Christian Moll mit einem durchweg motivierten Kader schaffte. Und die Bilanz ist seit dem Wiederaufstieg 2008 beeindruckend, denn bis heute gab es nur in zwei Jahren keine einstellige Platzierung.

Dass sich die Mannschaft mehrfach bis hinauf in den Kreis der heißesten Anwärter auf Relegationsplatz 2 gearbeitet hat, vernebelt den Verantwortlichen im Verein nicht den Blick auf die Realität. SV-Trainer Christian Moll schiebt allzu hohen Erwartungen schon aufgrund der nicht optimalen Vorbereitung einen Riegel vor: „Eine geordnete Trainingsvorbereitung in der Urlaubszeit ist im Amateurbereich kaum möglich. Aber wir machen das Beste daraus. Hauptaugenmerk ist in Königshofen immer der Einbau von jungen Spielern, die aus dem Jugendbereich aufschließen, um auch für die Zukunft gewappnet zu sein.“ Wie junge Spieler mit Bedacht an höhere Aufgaben heranzuführen sind, hat Christian Moll bereits während seiner Spielerlaufbahn beim FV Lauda erlebt.

Gerne Favoritenschreck

Noch entschiedener als der Trainer tritt Martin Michelbach, Sportlicher Leiter der Messestädter, auf die Euphorie-Bremse: „Gab es mit dem FV Lauda in der vergangenen Saison eigentlich nur eine richtig dominierende Mannschaft, so ist die Landesliga heuer mit Gommersdorf, Neckarelz, Oberwittstadt und FV Mosbach in der Spitzengruppe doch einiges stärker geworden. Für uns wäre es vermessen, sich an diesen Top-Teams zu orientieren. Für uns gibt es eine klare Zielsetzung, und die heißt, dass wir ,mit unten’ nichts zu tun zu haben wollen. Alles andere wäre in dieser top besetzten Liga utopisch. Wir müssen uns alles wieder neu hart erarbeiten und so schnell wie möglich 40 Punkte einfahren, alles andere ist uninteressant. Das wird schon schwierig genug. Was im letzten Jahr war, zählt nicht mehr.“

Tatsächlich eilt dem SV Königshofen der Ruf voraus, sich seine Erfolge hart zu erarbeiten. Diese Einschätzung spiegeln auch die nach Toren durchweg knappen Erfolge wider. Ein 6:0-Schützenfest beim TSV Buchen im Frühjahr war da schon ein eher ungewöhnlicher „Ausreißer“, ebenso wie die beiden klaren Niederlagen gegen den FV Mosbach (1:5 und 0:4), die einem noch besseren Abschneiden im Wege standen. Auf jeden Fall ist dem SV Königshofen zuzutrauen, dass er die nötigen Punkte zum Klassenerhalt wieder rasch einfährt, und das, obwohl Top-Torjäger Ali Karsli nicht mehr zur Verfügung steht. Der SVK gefällt sich im übrigen auch als Favoritenschreck – zuletzt gezeigt mit dem 3:0-Sieg beim späteren Meister Lauda.