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Achtelfinale 6 Japan muss heute gegen starke Belgier antreten

Alles dreht sich um De Bruyne

Archivartikel

Rostow.Gleich in der ersten Trainingseinheit in Russland wollte Kevin De Bruyne ein klares Zeichen setzen. Also sprintete er zur Außenlinie, mähte mit einem völlig übertriebenen Foul seinen Teamkollegen Adnan Januzaj um und spielte danach im elf gegen elf weiter, als wäre nichts gewesen. Eigentlich müsste ein Trainer stinksauer sein, wenn ein Führungsspieler die Gesundheit eines Kollegen derart aufs Spiel setzt. Belgiens Trainer Roberto Martínez aber sagte: „Man kann die hohe Intensität in unserem Training sehen.“ Es untermauerte, dass De Bruyne nicht nur auf dem Feld führen will, sondern auch in der Gruppe.

Mit taktischen Änderungen hat der Spanier seinem Top-Schützling eine Ausnahmerolle zugeschanzt. Aus dieser zentralen Rolle heraus soll der 27-Jährige auch das Achtelfinale gegen Japan heute (20 Uhr/ZDF) in Rostow am Don prägen. Belgien will wie 2014 und 2016 in die Runde der letzten Acht – und mit dem enormen Potenzial soll es diesmal endlich mit dem großen Wurf für die goldene Generation klappen. De Bruyne ist seit dem Trainerwechsel von Marc Wilmots auf Martínez alleiniger Stratege, während Kapitän Eden Hazard auf den Flügel ausgewichen ist. Der Trainer weiß um den Wert des Stars von Manchester City. „Kevin ist immer noch unterschätzt, wenn man unser Spiel bewertet. Er ist ein entscheidender Spieler, er setzt die Offensiven in Szene.“

Kritik am Trainer erlaubt

De Bruyne ist Mahner und Kritiker zugleich. Obwohl Belgien unter Martínez seit mehr als eineinhalb Jahren unbesiegt ist, attackierte er öffentlich taktische Schwächen in dessen System. Seine Botschaft: System zu defensiv, zu viele Spieler greifen an, kein klarer taktischer Plan, keine Lösungen für Unterzahl-Situationen in der Abwehr.

„Wir müssen etwas ändern“, forderte De Bruyne. Derartig deutliche Systemkritik gab es beim entthronten Titelverteidiger Deutschland nicht einmal nach den Niederlagen gegen Mexiko und Südkorea. 

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