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Die Queen könnte nicht amüsiert sein

„The Crown – Staffel 2“: Netflix- Serie über das britische Königshaus geht in die zweite Runde

Man muss es sich bildlich vorstellen. Wie die Queen im Buckingham Palace im Kreise ihrer Lieben vor dem Fernseher sitzt, eine Serie über ihre eigene Lebensgeschichte schaut, und hin und wieder so etwas sagt wie: „Na, das ist jetzt aber ein bisschen übertrieben.“

Schon in der ersten Staffel der Netflix-Serie, die die Jahre zwischen 1947 und 1955 umfasste, dürften Queen Elizabeth II. einige Ereignisse wieder vor Augen geführt worden sein, an die sie sich vermutlich nicht gerne zurückerinnert. Etwa, als sie 1955 ihrer Schwester Margaret untersagte, einen älteren, geschiedenen Fliegeroberst zu heiraten. Ebenso unangenehm dürfte für die wohl prominenteste „The Crown“-Zuschauerin der Einstieg in die neuen zehn Folgen werden.

Mit einem Krisengespräch zwischen Elizabeth II. (Claire Foy) und Philip (Matt Smith) beginnt die neue Staffel, die die Jahre 1956 bis 1963 beleuchtet. Wie man ihre Ehe retten könne, fragt die Königin ihren Mann, der fünf Monate lang auf ihr Geheiß das Commonwealth bereiste. Fünf Monate, in denen sie sehr viel über Demütigung gelernt habe, wie sie nun formuliert: Gerüchte über royale Eheprobleme ließen die Klatschpresse frohlocken. Dass die reale Elizabeth kürzlich mit Philip ihren 70. Hochzeitstag beging, tut der aufkeimenden Serienspannung keinen Abbruch: „Scheidung ist für uns keine Option.“ Feierte das Königspaar kürzlich etwa den Jahrestag einer sehr langen Scharade?

Bald neue Elizabeth

In Staffel drei übergibt Claire Foy, die den Golden Globe und den Screen Actors Guild Award für ihre Vorstellung erhielt, das Zepter an die zehn Jahre ältere Olivia Colman („Broadchurch“). Mit 33 sei Foy schlicht zu jung, um Elizabeth II. in ihren 40ern und 50ern zu spielen, befand Showrunner Morgan. Dasselbe gilt natürlich auch für Matt Smith. Wer ihm als Prinz Philip nachfolgen wird, ist allerdings noch nicht bekannt. tsch