Aktuell

Eine neue Idee für die Fifa

Es dauert nicht mehr lange, dann werden wir sie wieder über den Bildschirm flimmern sehen: Fußball-Fans aus aller Welt, die ein fröhliches Stimmungsbild abgeben, die kreativ und volkstümlich gekleidet und geschminkt sind und den optimalen Blickfang für die Kameraleute bieten – alles, was die Fifa braucht, um sich letztlich selbst auf die Schultern zu klopfen.

Das läuft dann meistens so ab: Der Kameramann fängt einen Fan oder eine Fangruppe auf, was sogleich dann auch direkt auf die Videowand im Stadion projiziert wird. Der Ertappte wird dann von seinem Nebenmann angestoßen und dessen Finger schießt raketenartig in Richtung Anzeigetafel, um seinen Sitznachbarn darauf aufmerksam zu machen. Der Fan, im Idealfall mit der Flagge seines Heimatlandes im Gesicht bemalt, wechselt sodann seinen Ausdruck von konsterniert zu fröhlich winkend und springt umher wie ein kleines Kind auf der Hüpfburg beim sommerlichen Kindergartenfest.

Dass seine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt 0:3 hinten liegt und kurz vor dem Ausscheiden steht, ist auf einmal zweitrangig. Das nimmt er für den kurzen medialen millionenweiten Fernsehauftritt gerne in Kauf.

Wie schön, dass sich wenigstens die Spieler auf dem Rasen auf das Kicken konzentrieren dürfen und sie sich beim Erfassen durch die Kamera nicht blitzschnell umarmen müssen – wäre aber doch eine Idee für die Fifa, oder?

Zum Thema