Aktuell

Fahl wie eine nordische Sommernacht

Pop: Mit ihrem Unplugged-Album „Summer Solstice“ erinnert das Norweger-Trio A-ha zu selten an seine goldenen Zeiten

Auch wenn A-ha als Synthie-Popstars der 80er groß geworden sind, wird oft vergessen, dass die Norweger eigentlich als Akustik-Band angefangen und während ihrer 35-jährigen Karriere zum Komponieren immer auf das gute, alte Handwerk gesetzt haben. Insofern ist es fast erstaunlich, dass es bis zum vergangenen Sommer gedauert hat, ehe das Trio an zwei Abenden zur Sommersonnenwende je 250 Fans mit einem Unplugged-Konzert auf der abgelegenen norwegischen Atlantik-Insel Giske beglückte.

Diese beiden Auftritte finden sich nun auf einem Album mit 21 Songs komprimiert, die natürlich alle großen Hits, weniger bekannte Songs und sogar zwei bisher unveröffentlichte Tracks enthält. Als Gäste holten sich A-ha die von ihnen verehrte 80er-Ikone Allison Moyet, Ian MacCulloch (Echo & The Bunnymen) sowie die angesagte US-Folk-Rockerin Lissie mit ins Boot.

Gäste eher Fremdkörper

Beste Voraussetzungen also, um die alten Gassenhauer in neuem Gewand zu hören, insgesamt gesehen gelingt aber nur ein Akustik-Gig, der so fahl daherkommt, wie das „weiße Licht“ der skandinavischen Hochsommer-Nächte. Das liegt vor allem daran, dass die Songs des alternden Trios zwar in ihre Einzelteile zerlegt werden, dabei aber im Endeffekt wenig Neues herauskommt. Zudem wirken die Gastmusiker wie Fremdkörper, vor allem MacGulloch ist deutlich anzumerken, dass er sich mit dem A-ha-Kanon wenig bis überhaupt nicht auseinandergesetzt hat. Allison Moyet ist es immerhin zu verdanken, dass sie mit ihrem kräftigen Organ gnädig verdeckt, wie Morten Harket vergeblich versucht, in die von früher gewohnten Höhen zu kommen. Live und ohne Stecker fallen diese Aussetzer umso mehr ins Gewicht, während sich die drei einstigen Teenie-Idole musikalisch-handwerklich immerhin wacker schlagen. (Island) th