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Fleischer fordert: Mut zur Defensive

Landesliga Odenwald: Beim TSV Tauberbischofsheim wurde ein Umbruch eingeleitet / „Gegentore verhindern“ ist das große sportliche Thema

Drei Spieltage vor dem Ende der vergangenen Saison hielt Tauberbischofsheims Trainer Mario Fleischer seinen Spieler die FN-Fußballbeilage unter die Nase. „Ich habe gesagt: Hey, schaut mal, wir sind dabei, unser Saisonziel zu verfehlen.“ Unser Heft „Volltreffer“, vor einem Jahr zum Rundenstart erschienen, wirkte beim TSV also nachhaltig.

Doch was stand da geschrieben? Fleischer hatte 2017 das Ziel ausgegeben, weniger als die 59 Gegentreffer aus der Spielzeit 2016/17 zu kassieren. Drei Spieltage vor dem Ende der Runde 2017/18 hatte es beim TSV aber schon wieder 54 Mal „eingeschlagen“ – vor allem wegen der miesen Rückrunde. „Die war ein Alptraum“, sagt Mario Fleischer fügt allerdings fast schon trotzig hinzu: „Aber es gab nie richtig miese Stimmung. Wir sind da noch enger zusammengerückt.“

Freund der Viererkette

Dieser gestärkte Teamgeist soll nun das Fundament für die neue Saison sein. Mario Fleischer ist trotz der Mode-Erscheinung „Dreierkette“ weiter ein Freund der „Viererkette“. Allerdings setzt er nicht mehr zwingend auf eine „flache Vier“ davor im Mittelfeld, sondern vor der Abwehrreihe vollendet ein „2-3-1“ das geplante Spielsystem.

Und für alle gilt: Ab nach hinten! „Sämtliche Trainingseinheiten in der Vorbereitung sind auf Defensivverhalten ausgelegt, auf Umschaltspiel von Angriff auf Abwehr“, lässt Mario Fleischer durchblicken. Denn: Sein „Volltreffer“-Appell an die Mannschaft verhallte im Mai ungehört. Am Ende der vorigen Spielzeit standen satte 63 Gegentreffer – also nochmals vier mehr als 2017.

Interessant ist: An der Stelle, an der Trainer „Mut zum Offensiv- und Ballbesitzspiel“ einfordern, lautet Fleischers Formel: „Wir müssen während des Spiels den Mut besitzen, bewusst Spielanteile abzugeben.“

Seine Analyse hat nämlich ergeben, dass viele Löcher im Mittelfeld deshalb entstanden sind, „weil wir immer bestimmend sein wollten“. Und durch eben jene Löcher sind dann zu viele gegnerische Stürmer geschlüpft.

Übergeordnet hat Mario Fleischer noch eine weitere Aufgabe zu bewältigen: „Wir haben einen Umbruch eingeleitet. Wir wollen sukzessive junge Spieler in die Mannschaft einbauen“, sagt der ehemalige Verbandsliga-Spieler. Luis und Dominik Freundschig sowie Philipp Schmitt und Maximilian Redlich sind Spieler, die der TSV-Trainer in diesem Zug nennt.

Aber klar brauchen junge Spieler Säulen in der Mannschaft, die ihnen mit ihrer Erfahrung Halt geben. Beim TSV Tauberbischofsheim ragt hier natürlich Mario Greco heraus – der Torschütze vom Dienst. „Logisch sind wir in gewissem Maße von ihm abhängig. Aber Marvin Gimbel hat sich in seinem ersten Landesliga-Jahr auch prächtig entwickelt“, so Fleischer. Bei Greco preist er vor allem dessen unbändigen Siegeswillen: „Er will auch jedes Trainingsspiel unbedingt gewinnen.“ Hoffnungen setzt der Trainer weiter auf den lange verletzten Abwehrrecken Pavel Shynkewich, der Mitte der Vorrunde wieder voll belastbar sein sollte.

Mario Fleischer schüttelt den Kopf, als er gefragt wird, ob er dieses Mal wieder eine Gegentor-Zahl angeben möchte. Mit einem frechen Grinsen fügt er dann aber an: „Intern haben wir aber schon eine Zahl genannt.“