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Kadergröße und Angriff belasten

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Landesliga Odenwald: SV Osterburken muss „31 Tore“ ersetzen / Trainer-Fuchs Jürgen Wöppel hat aber schon Lösungen im Kopf

Gleich im ersten Jahr nach seinem Aufstieg in die Landesliga landete der SV Osterburken mit dem neuen Trainer Jürgen Wöppel auf Rang neun und wurde damit vor Türkspor Mosbach auf Anhieb bester Aufsteiger. Rückblickend betrachtet, ist dieses Abschneiden den grundsoliden und ausgeglichenen Auftritten daheim und auswärts zu verdanken; selbst bei der Punkteausbeute in der Vor- und Rückrunde gab es keine gravierenden Unterschiede.

So könnte man voller Optimismus dem Jubiläum zum hundertjährigen Bestehen des SVO im nächsten Jahr entgegensehen, denn 1919 wurde der SV Osterburken gegründet. Aktuell drängen sich allerdings diesmal Parallelen zum Aufstiegsjahr 2015 auf, als der SV Osterburken als Meister der Kreisliga Buchen aufstieg und es trotz intensiver Bemühungen nicht gelang, die Mannschaft mit Neuzugängen zu verstärken. So bewahrheiteten sich die Befürchtungen, dass nicht die Defensive, sondern der Angriff das Sorgenkind werden würde. Mit nur 23 Toren in 28 Punktspielen mussten sich die Römerstädter gleich im Aufstiegsjahr wieder aus der Landesliga verabschieden. Gibt es Parallelen zur aktuellen Situation?

Reaktion nicht mehr möglich

Trainer Jürgen Wöppel muss mit einem kleinen Kader von 18 mit zum Teil sehr jungen Spielern auskommen, weil der SVO aufgrund der späten Abgänge von Akteuren, die teilweise signalisiert hatten, bleiben zu wollen, nicht mehr rechtzeitig reagieren konnte. Das ist bitter, auch wenn niemand im Verein nachkarten will. Trainer Jürgen Wöppel lässt sich nicht beirren, räumt aber ein: „Es darf nicht viel passieren. Wir halten unsere Augen offen und tun alles, um die Mannschaft noch stärker zu machen“. Vielleicht klappt es in der Winterpause, den Kader wieder mit geeigneten Spielern aufzufüllen.

Man muss sich damit abfinden, dass es derzeit keinen adäquaten Ersatz für die drei besten Torschützen in der letzten Runde gibt. Denn mit Tolga Kaplan, Andreas Beckmann und Steffen Schmitt sind für den Verein nicht vorhersehbar gleich drei Offensivkräfte nicht mehr im Kader, die mit ihren insgesamt 31 Treffern in der vorigen Runde fast zwei Drittel der insgesamt erzielten 48 Tore beisteuerten. Dabei hatte sich Jürgen Wöppel mit der Mannschaft höhere Ziele setzen wollen, weil man sich sportlich weiterentwickeln wollte.

Sein besonderes Augenmerk gilt der Entwicklung jedes einzelnen Spielers, der die einmalige Erfahrung „Landesliga“ mit ins zweite Jahr nehmen und sich weiter verbessern muss. „Dieses Jahr gibt es die Probleme im Offensivbereich; die müssen wir irgendwie hinkriegen.“ Deutlich ist herauszuhören, dass ein erfahrener Trainer wie Jürgen Wöppel keineswegs vor diesem gewaltigen Berg kapituliert: „Dazu bin ich zu lange dabei; die eine oder andere Lösung habe ich schon im Kopf. Die Mannschaft ist neu auszurichten; die Fitness insgesamt und die Kompaktheit der Defensive sind zwei Schwerpunkte. Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, dann sollte der Klassenerhalt gelingen.“

Rückhalt gibt ihm, dass der SVO als Verein gut aufgestellt ist, gute Trainingsmöglichkeiten bietet und ihn in Ruhe arbeiten lässt.