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Oststadt Uwe Esser zeigt Vielschichtiges in der Galerie im Tulla

Malerische Grenzauflösungen

Die diesjährige Ausstellungsreihe in der Galerie im Tulla endet mit dem Künstler Uwe Esser; seine Werke sind dort noch bis 20. Dezember zu sehen. Galerieleiterin Dorothea Fogt dankte den Schüler, die bei der Hängung der Bilder mitgeholfen haben sowie der Djembe-AG, die die Vernissage musikalisch umrahmte.

Es ist bereits die fünfte Ausstellung von Uwe Esser in der Galerie im Tulla, erklärte der frühere Galerieleiter und einstige Rektor der Tulla-Realschule, Peter Schmitt. Im Gespräch mit dem Künstler stellten er und Schülerin Zehra Ayaz (Klasse 10c) das Werk von Esser und die Art seiner Arbeit vor. Uwe Esser (geboren 1960) zählt zu den konsequentesten zeitgenössischen Malern Deutschlands. Konstant bewegt er sich auf dem schmalen Grat zwischen realistischer und abstrakter Figuration. Landschaften, Stadtansichten und Stillleben werden zu Seherlebnissen, die erst auf den zweiten Blick ihre eigentliche Aussage offenbaren. Mit teils dynamischen, teils ruhigen Pinselstrichen überzieht Fleck seine Malgründe, wechselt zwischen expressiven und narrativen Momenten. So wird der Betrachter vom Inhalt zur formalen Gestaltung geführt, vom sichtbaren Gegenstand zur Malerei selbst. Mit jedem Blick wächst die Faszination. Für Rätselraten sorgten die Bildtafeln in der Vitrine, die der in Krefeld lebende Künstler nach langer Beschäftigung mit dem Leben und Werk des Philosophen Martin Heidegger geschaffen hat. Digitalprints auf aufgezogenen Ölgemälde-Ausschnitten: Da umkreist ein röhrender Hirsch die einsame Hütte im Wald, neugierige Füchse schauen zum Fenster hinein. Erklären will Esser seine Arbeiten nicht. Seine Bilder animieren zur Spurensuche, halten den Besucher lange fest.

„Old Cases“ ist der Titel seiner aktuellen Ausstellung . Da werden beispielsweise in fünf Zyklen mit je vier Bildern entsprechend den jeweiligen Jahreszeiten „verschiedene Jahre“ beleuchtet. Im wechselnden Farbspiel versucht der Betrachter die jeweiligen Stimmungen und Befindlichkeiten des Künstlers zu deuten. Vielschichtigkeit und Transparenz bilden das Fundament der Ausdrucksweise von Esser.

Aus 20 bis 25 Schichten bestehen seine Arbeiten, die er mit transparenten Acryllacken malt. Jeder Vorgang hinterlässt seine Spuren, verleiht den Arbeiten Schicht für Schicht eine dreidimensionale Struktur. Faszinierend wie irritierend für den Betrachter ist die nahezu räumliche Greifbarkeit. Ein Grund mehr, sie aus der Nähe und mit Geduld zu betrachten. ost