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Halbfinale III Belgien baut auf Spielmacher Kevin De Bruyne

Mann für den genialen Pass

St. Petersburg.Nationaltrainer Roberto Martínez sieht in ihm den „ultimativen Spielmacher“, die Zeitung „Le Soir“ adelt ihn als „würdigen Nachfolger von Xavi, Andrés Iniesta und Andrea Pirlo“: Kevin De Bruyne prägt und lenkt Belgiens Spiel bei dieser WM. Der 27-Jährige glänzt in Russland als Stratege und Regisseur, aber genauso offensiv als Torschütze und Passgeber. Nun will der frühere Bundesliga-Fußballer seine Mannschaft zum Titel führen. „Wir sind im Halbfinale, jetzt wollen wir auch ins Finale“, sagte er vor dem heutigen Duell mit Frankreich.

Seit seinem Wechsel vom VfL Wolfsburg zu Manchester City hat sich der Rotschopf zum Weltklasse-Spieler entwickelt. Mit 16 Assists war er vergangene Saison der beste Vorbereiter der Premier League, für Belgien hat er in 66 Länderspielen 15 Tore erzielt. „Es gibt Spieler in Belgien, die die Chance haben, den Goldenen Ball zu gewinnen“, sagte Thomas Vermaelen auch mit Blick auf De Bruyne und die Wahl zum besten Fußballer der Welt.

Taktgeber und Offensivfachkraft

Bei der WM in Russland beweist der Mittelfeldspieler nun seine ganze Variabilität. In der Gruppenphase und im Achtelfinale gegen Japan ließ Martínez seinen Musterschüler im defensiven Mittelfeldzentrum agieren. De Bruyne ordnete das Spiel, leitete Angriffe ein, gab den Takt vor. Im Viertelfinale gegen Brasilien änderte Martínez seine Taktik und bot De Bruyne als Zehner mit allen Freiheiten nach vorne auf, fast schon als verkappter Mittelstürmer. Er nutzte die Räume und traf zum 2:0.

De Bruyne führt die Mannschaft gemeinsam mit Kapitän Eden Hazard, der zuletzt auf den linken Flügel auswich und De Bruyne zentral den Platz ließ, den dieser für seine genialen Pässe braucht. „Kevin ist immer noch unterschätzt, wenn man unser Spiel bewertet“, lobte Martínez seinen Strategen. dpa