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Achtelfinale 1 Lionel Messi bleibt mit Argentinien auf der Strecke / 19-Jähriges Supertalent erzielt zwei Tore beim 4:3-Sieg Frankreichs

Mbappé macht den Unterschied

Archivartikel

Kasan.Reden wollte Lionel Messi nicht. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen verließ Argentiniens Superstar nach der 3:4-Niederlage im WM-Achtelfinale gegen Frankreich wortlos und schnellen Schrittes die Kasan Arena. Den Ort, an dem seine vermutlich letzte WM mit einer enttäuschenden Niederlage geendet hatte. Fragen zu seiner Zukunft im Nationaltrikot ließ der 31-Jährige unbeantwortet – und die wütende und enttäuschte Nation im Unklaren. Wieder kein WM-Sieg für das Genie des Weltfußballs. Diesmal ausgekontert von einem Teenager – vom überragenden Kylian Mbappé. Mit zwei Toren hatte der Youngster von Paris Saint-Germain Frankreich durch ein 4:3 ins WM-Viertelfinale geführt.

Frankreich gehört nach der offensiv überzeugenden Leistung endgültig zum Kreis der WM-Favoriten – für Messi bleibt der Goldpokal vermutlich eine unerfüllte Sehnsucht. „Wir sind ausgeschieden, das ist sehr schmerzhaft“, gab Argentiniens Trainer Jorge Sampaoli zu, der seine eigene Zukunft zunächst offen ließ.

Messi bereitete zwar zwei Treffer vor, enttäuschte aber bis auf wenige Szenen. Ein Tor in einem WM-K.o.-Spiel wollte dem Ausnahmekönner wieder nicht gelingen.

Stattdessen entschied Mbappé mit zwei sehenswerten Treffern (64./68. Minute) vor 42 873 Zuschauern in Kasan die hochklassige und spannende Partie. „Die WM ist eine Chance zu zeigen, was man kann. Es gibt keinen besseren Platz dafür“, sagte der 19-Jährige, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde. Sein Trainer Didier Deschamps lobte: „Ich bin froh, dass er Franzose ist. Er hat all sein Talent in so einem wichtigen Spiel gezeigt, aber er hat noch Raum für Verbesserung.“

„An großem Gegner gescheitert“

Antoine Griezman hatte Les Bleus per Elfmeter nach Foul an Mbappé in Führung gebracht (13.), Ángel di María glich mit einem fulminanten Weitschuss aus (41.). Gabriel Mercado lenkte einen Messi-Schuss zur Führung für Argentinien ins Tor (48.), ehe der Stuttgarter Benjamin Pavard ebenfalls mit einem sehenswerten Schuss traf (57.). In der Nachspielzeit machte es Sergio Agüero (90.+3) noch einmal spannend.

Doch der Ausgleichstreffer wollte den Südamerikanern nicht mehr gelingen. „Wir sind an einem großen Gegner gescheitert“, sagte Messis Kumpel Javier Mascherano, der gleich nach dem Spiel seinen Rücktritt erklärte. Sampaoli hatte zwar am Tag vor der Partie noch vor Frankreichs Konterstärke gewarnt, dennoch waren die Argentinier machtlos gegen das schnelle Umschaltspiel.

Frankreich dominierte die Partie mit Tempofußball und verdiente sich so den Einzug ins Viertelfinale am kommenden Freitag in Nischni Nowgorod gegen das bislang so defensivstarke Uruguay. Dann wird allerdings Blaise Matuidi nach seiner zweiten Gelben Karte fehlen. Deschamps, der nach seinem 80. Länderspiel französischer Rekordtrainer ist, sagte: „Es war ein großes Match mit zwei großen Teams. Wir haben getan, was notwendig war.“ Argentinien ließ sich von den schnellen Franzosen überrumpeln. Einen Freistoß setzte Griezmann (9.) noch an die Latte. Kurz darauf schob er per Strafstoß souverän ein. Mbappé war zuvor gleich vier Argentiniern im Eiltempo davon gelaufen. Marcos Rojo – gegen Nigeria noch Siegtor-Held – konnte den 19-Jährigen nur noch zu Boden reißen. Frankreich stand hinten sicher. Argentinien blieb harmlos, Messi war quasi aus dem Spiel genommen.

Auch nach der Pause wirkte Argentinien gedanklich frischer. Pavard wurde zum Unglücksraben. Erst foulte er di Maria. Nach dem folgenden Freistoß hob er das Abseits auf, so dass der von Mercado abgefälschte Messi-Schuss regelkonform ins Tor ging. Frankreich wirkte ratlos – und ausgerechnet Pavard machte alles wieder gut. Mit einem Traumschuss zwirbelte der VfB-Profi den Ball zum 2:2 ins Tor. Sieben Minuten später schlug die Stunde des 19-jährigen Kylian Mbappe … dpa

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