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Rheinau Geruchsbelästigung im Vorort hält unvermindert an

„Mir ist im Bus übel geworden“

Die seit dem Spätsommer beklagte Geruchsbelästigung auf der Rheinau hält unvermindert an. „Doch man weiß nach wie vor nicht, wo sie herkommt“, erklärte CDU-Fraktionschef Claudius Kranz auf der von ihm geleiteten Bezirksbeiratssitzung des Stadtteils, in deren Bürgerfragerunde Betroffene das Thema noch einmal massiv ansprachen.

Kranz konnte dabei aus eigenem Erleben die Berichte mehrerer Bürger bestätigen, wonach sie unmittelbar vor Beginn dieser Bezirksbeiratssitzung auf ihrem Weg vom Pfingstberg zum Tagungsort, dem Nachbarschaftshaus, erneut diesen Gestank wahrgenommen hatten. „Ich bin mit der Linie 40 hierhergefahren“, berichtete eine Frau: „Mir ist übel geworden im Bus, und ich habe jetzt noch Kopfschmerzen.“

Bürger forschen selbst nach

„Ich war gestern Mittag in der Relaisstraße unterwegs, und auch da hat es gestunken“, berichtete Günter Ries. Der bereits in der Initiative gegen die Ansiedlung der Firma Isorec engagierte Bürger aus Rheinau-Süd berichtete, dass Anwohner inzwischen selbst aktiv wurden, nachdem die Stadt die Ursache der Geruchsbelästigung nicht herausgefunden hat.

So war ein Bürger in der Nacht vom 15. Oktober im Rheinauhafen unterwegs und registrierte die Tankwagen und deren Produkte, die an die dortigen Chemiefirmen angeliefert wurden: „Wenn ich lese, was da rumgefahren wird, da kann ich nur hoffen, dass unsere Feuerwehr für einen Unfall richtig ausgerüstet ist“, so Ries. Enttäuscht zeigte er sich über die Reaktion der Stadt auf die Dokumentation des Bürgers: „Was da von der Stadt geschrieben wird, das ist teilweise hanebüchen.“

Der Bürger Erich Job berichtete von seiner Beobachtung, wonach eine im Rheinauhafen ansässige Chemiefirma derzeit in ihrer früheren Deponie Grabungsarbeiten vornimmt: „Ich könnte mir vorstellen, dass dabei Gase frei gesetzt werden.“

Registriert wird der Gestank auch auf der anderen Rheinseite, wie der eigens zur Sitzung angereiste Altriper CDU-Vorsitzende Hans-Peter Peters den Rheinauern berichtete. Ihm war daher unverständlich, wie die Stadt Mannheim erklären könne, ihr lägen keinerlei Erkenntnisse vor, wonach der Gestank auch jenseits des Rheins vorkomme: „Die Informationspolitik ist nicht so, wie wir uns das wünschen würden.“ -tin