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Ägypten Eine ganze Nation bangt um den Einsatz des Ausnahmestürmers des FC Liverpool / Trainer Cúper zuversichtlich

Ohne Salah fehlt der Faktor Weltklasse

Jekaterinburg.Auf der linken Schulter von Mohamed Salah lasten die Hoffnungen der ägyptischen Fußball-Nation. Wird der Stürmerstar des FC Liverpool rechtzeitig zum ersten WM-Auftritt der Nordafrikaner seit 28 Jahren fit? Es herrscht Geheimhaltung. Die Entscheidung über einen Einsatz des verletzten Nationalhelden wird heute erst wenige Stunden vor dem Auftakt Ägyptens in Gruppe A gegen Uruguay am Freitag (14 Uhr MESZ/ARD) gefällt. Nationaltrainer Héctor Cúper ist jedoch optimistisch: „Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird er spielen. Ich bin zuversichtlich, dass er morgen auf dem Feld stehen wird“, sagte der Coach gestern in Jekaterinburg.

„Mo hat sich sehr schnell erholt, wir haben uns sehr um ihn gekümmert.“ Man müsse allerdings noch abwarten, wie der Angreifer vom FC Liverpool die letzten Trainingseinheiten überstehe. „Aber er hat sicherlich keine Angst zu spielen.“ Salah könne der Topscorer und einer der besten Spieler des Turniers werden, sagte Cúper. Der Trainer der Ägypter, weiß nur zu gut, was er an dem Ausnahmestürmer hat.

„Mohamed kann in jeder Mannschaft den Unterschied ausmachen“, meinte Cúper über die Qualität des 25 Jahre alten Ausnahmekönners, der bei Ägyptens letztem Endrundenspiel noch gar nicht geboren war. „Sollte er nicht zur Verfügung stehen, haben wir einen Plan B, genauso wie Argentinien, wenn sie ohne Lionel Messi spielen.“ Dieser Vergleich trifft es ganz gut. Ohne Salah fehlt Ägypten der Faktor Weltklasse, vor dem die Rivalen Respekt haben. „Ich bin ein Kämpfer“, sagte der wuselige Angreifer und machte damit einer ganzen Nation Hoffnung. „Wir wollen Geschichte schreiben.“ Seit der vor drei Wochen im Champions-League-Finale erlittenen Bänderverletzung Salahs gibt es in Ägypten fast tägliche Krankenberichte über den Angreifer. Nur arg dosiert konnte er in den vergangenen Tagen trainieren.

Wie sehr Salah dem siebenmaligen Afrikapokalsieger zuletzt fehlte, zeigte sich in den drei Testspielen vor der WM. Ohne seinen Star, der Ägypten erst zur Endrunde in Russland geschossen hatte, erzielte Cúpers Team gerade einmal ein mickriges Tor. Da hilft es auch wenig, dass die Defensive um den bereits 45 Jahre alten Schlussmann Essam Al-Hadari in der Regel diszipliniert steht.

„Wir wollen das Team sein, dass wir in der Qualifikation waren und nicht nur von einem einzigen Spieler abhängig sein“, betonte Cúper. „Wir haben enthusiastische und leidenschaftliche Spieler, die gegen Uruguay ein ausgezeichnetes Spiel liefern wollen.“

Gegner Uruguay träumt groß

Das wird schwer genug, denn der WM-Vierte von 2010 hat alle seine Stars an Bord und will nach dem frühen K.o. vor vier Jahren im Achtelfinale gegen Kolumbien dieses Mal weit kommen. „Träumen tut man immer groß“, verkündete Sturm-Ass Luis Suárez kurz vor dem WM-Auftakt. Der Angreifer vom spanischen Champion FC Barcelona, der 2014 mit seiner Beißattacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini für weltweite Entrüstung sorgte, will in Russland an der Seite von Sturmpartner Edinson Cavani für positive Schlagzeilen sorgen. „Ich bin gereift“, versprach Suárez. dpa