Aktuell

Perfekter Liftboy

Landesliga Odenwald: Gommersdorf mit Unterbau und neuem Coach

Hoch, runter, hoch, runter, hoch, runter. Beim VfR Gommersdorf haben sie den Stopp-Knopf im Aufzug zwischen Landes- und Verbandsliga auch 2018 nicht gefunden. Drei Aufstiegen folgten prompt drei Abstiege. „Trotzdem ist hier niemand am Boden“, hat Thomas Nohe, seit Juli neuer Trainer bei den Jagsttälern, ausgemacht.

Nohe ist im „wahren Leben“ zwar bei der Kripo, doch einen extrem guten Spürsinn hat er für diese Analyse nicht benötigt. Der VfR ist seit Jahren einer der intaktesten und am besten geführten Vereine in der Region; der frisch verlegte Rasen und das neue Kunstrasen-Kleinspielfeld zeigen dem Besucher des Sportgeländes schon von weitem, „dass hier etwas geht“.

Auch deshalb geht man nicht völlig „zerdeppert“ in die neue Runde, sondern voller Elan. „Wir wollen erfolgreich spielen. Und die letzten paar Prozent entstehen immer in den Köpfen der Spieler. Es ist immer schön in der Verbandsliga“, sagt Jörg Olkus, zusammen mit Daniel Gärtner Sportlicher Leiter beim VfR, zu den Zielen. Ambitionierte Gommersdorfer darf die Konkurrenz also erwarten. „Die Jungs haben Bock. Das werden coole Spiele“, glaubt Tobias Scheifler, spielender Co-Trainer von Thomas Nohe.

Der Trainer kennt den sportlichen Ansatzpunkt: „In der Landesliga ist ein anderer Fußball gefordert als in der Verbandsliga“, weiß er aus seiner Zeit als Coach beim TSV Höpfingen. Klar, in Badens Eliteklasse überließen die VfR-ler meist dem Gegner den Ball und lauerten auf Konter. In der Landesliga, in der die Gommersdorfer von der Konkurrenz als Mitfavorit auf den Titel gesehen werden, wird der Absteiger deutlich mehr Ballbesitz haben, und die meisten Gegner werden auf der Lauer „liegen“. „Deshalb müssen wir im Ballbesitz besser werden“, fordert „Co“ Tobias Scheifler.

Allerdings geht in dieser Saison auch ein kleiner Umbruch vonstatten: Sebastian Stockert und Jan Conrad haben ihre Laufbahn beendet. Torben Götz ist nach Hollenbach gewechselt. Mit Sascha Silberzahn und Florian Stelzer werden zwei Stützen aus privaten Gründen zumindest in der Hinserie fehlen. „Aber das ist eine Chance für andere Spieler. Wir haben genug im Kader, die schon angedeutet haben, dass sie die Lücken füllen können“, hat Nohe erkannt. Der große Vorteil ist, dass die zweite Mannschaft in der vorigen Saison auch in der Landesliga spielte und nur aufgrund des Abstiegs der „Ersten“ in die Kreisliga zurück musste. So würde der Qualitätsverlust bei vielen Ausfällen deutlich geringer ausfallen als bei anderen Mannschaften, weil der Unterbau sehr gut ist.

Auch deshalb kann der Aufzug gerne noch einmal hoch fahren in die Verbandsliga. Mit Thomas Nohe hat man nämlich den perfekten „Liftboy“ verpflichtet. Denn: Er weiß, wo der Stopp-Knopf ist, hat er doch als Trainer des TSV Höpfingen schon den Klassenerhalt in der Verbandsliga gepackt.