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„Ruhige Saison“ wäre Erfolg

3. Liga: Die Würzburger Kickers suchen nach einer neuen Hierarchie in der Mannschaft

Daniel Sauer, der Vorstandsvorsitzende der Würzburger Kickers, nannte es vor Rundenbeginn „den Würzburger Weg“, den die Kickers derzeit gehen. Das ist freilich eine Verniedlichung dessen, was beim FWK tatsächlich „abgeht“. Nachdem der Gewaltakt für die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga nicht geklappt hat, setzt man in dieser Saison auf Konsolidierung. Die Preisschlacht, die spätestens seit der Zugehörigkeit der Drittliga-Neulinge 1860 München, KFC Uerdingen, 1. FC Kaiserslautern und Energie Cottbus ausgebrochen ist, die kann und möchte man „am Dalle“ nicht mitgehen. „In der vergangenen Runde waren wir finanziell noch anders aufgestellt. Den Aufstieg als Ziel auszugeben, wäre vermessen“, sagte Michael Schiele den FN.

Die ersten beiden Spiele (die Begegnung in Aalen gestern Abend war bei Redaktionsschluss der Fußball-Beilage noch nicht beendet) haben die Kickers verloren und drohen somit, wie vor Jahresfrist übrigens auch, zunächst einmal im Tabellenkeller zu verschwinden. Allerdings ist der Unterschied aber nun der, dass die Mannschaft eingespielt ist, und Trainer Michael Schiele dem Team seine fußballerische Handschrift verpasst hat. Diese Festigung sollte dem Team ein Halt geben. Auf der anderen Seite haben die Kickers aber schon früh gemerkt, dass in dieser Saison wohl ein anderer Wind in dieser 3. Liga weht und dass der Mannschaft durch die Weggänge von Neumann, Taffertshofer, Nikolaou und Müller Struktur und vor allem die seitherige Hierarchie verloren gegangen ist. Wer ist jetzt der Anführer auf und neben dem Platz? Die Fußstapfen von Sebastian Neumann sind extrem groß – zu groß für den neuen Kapitän Sebastian Schuppan?

Um den von Michael Schiele angestrebten einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, bedarf es eines langen Atems und vor allem den Zwang, dass die Neuzugänge schnell einschlagen und zu Leistungsträgern werden. Dave Gnaase hat schon angedeutet, dass das bei ihm klappen kann. Daniel Hägele, als Pfeiler in der zentralen Defensive geholt, konnte verletzungsbedingt bisher noch nicht spielen. Eigentlich wollte man ja „in höheren Regalen“ einkaufen, doch da waren, glaubt man Schieles Worten, die Spieler schlichtweg zu teuer.

Breitkreuz nachgekauft

Der offensichtlichen Schwäche im Angriff ist der FWK gleich nach dem Uerdingen-Spiel mit der Verpflichtung von Patrick Breitkreuz begegnet. „Er ist ein Stürmer, der auf der einen Seite sehr spielintelligent agiert, gleichzeitig aber auch aufgrund seiner Größe und Robustheit im Strafraum seine Stärken hat“, sagt Michael Schiele über den „Nachgekauften“.

Fußballerisch sieht man trotz der beiden Auftakt-Niederlagen, was Michael Schiele von seiner Mannschaft einfordert: Eine Kombination aus „hohem Anlaufen“ und einem Fallenlassen, eine Kombination aus Ballbesitz- und Konterspiel. „Zu defensiv zu spielen, ist auch keine Lösung, weil dann der Druck zu groß wird“, so Schiele, der sein Team gegen die „großen Namen“ als Außenseiter sieht.

Vor allem nach dem missglückten Start müssen die Antennen ausgefahren sein. In dieser Saison steigen erstmals vier Mannschaften aus der 3. Liga ab. Ein Abstiegskampf ist also nicht utopisch. Eine Saison „in ruhigem Fahrwasser“ wäre schon ein Erfolg für die Kickers – auf ihrem „Würzburger Weg“. . .