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Innenstadt Trio Epithimia bei der Ikonenfeier in Sanct Clara

Schokoladenlied als Hommage an Opa

Ins Auge stach besonders die junge griechische Musikerin Eleanna Pitsikaki. Auf deren Schoss lag nämlich ein Kanun, ein der Zither ähnelndes und aus Griechenland stammendes klassisches Zupfinstrument. Mit ihren Fingern, auf denen silberne Aufsätze steckten, vermochte Eleanna Pitsikaki diesem fremdländischen Instrument zauberhafte Klänge zu entlocken. Im Rahmen eines Benefizkonzertes für den Bau eines neuen Gemeindezentrums der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde. Mitglieder der griechischen Gemeinde feierten im Beisein von Erzpriester Georgios Basioudis eine traditionelle Ikonenfeier im ökumenischen Bildungszentrum Sanct Clara.

Ungewöhnliches Instrument

Alle Musiker verzichteten auf eine Gage. „Wir sind ein frisches Ensemble und sind noch nicht viel aufgetreten“, erklärte Jazz-Gitarrist Heiko Duffner, der mit seinen beiden Bandkollegen Eleanna Pitsikaki am Kanun und Oud-Spieler Ahmad Almir ein Trio namens Epithimia bildete. Gegenwärtig studiert Eleanna Pitsikaki, die aus Kreta kommt, an der Popakademie das außergewöhnliche Zupfinstrument Kanun – als Erste überhaupt.

„Wir haben uns alle drei an der Popakademie kennengelernt“, schilderte Moderator Heiko Duffner. Von Pitsikaki stammt ein geschriebenes Stück über Schokolade, eine Hommage an ihren Großvater, an den die Musikerin mit diesem Stück erinnern möchte. „Mit meinem Opa habe ich immer Kinder Bueno gegessen“, erinnerte sich die Instrumentalistin. Dem Publikum im Bildungszentrum Sanct Clara gefiel die Nummer hervorragend, weshalb das junge Trio den Schokoladen-Song zur Zugabe ein zweites Mal anstimmen musste.

Seit 2008 befindet sich eine Christusikone, ein historisches Porträt, im ökumenischen Bildungszentrum Sanct Clara. Im Raum der Stille lädt das Bildnis zum Verweilen und zur Andacht ein. Ihre Ankunft in Sanct Clara feiert das Bildungshaus jedes Jahr gemeinsam mit Mitgliedern der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde.

„Wir versuchen, eine eigene musikalische Sprache zu finden“, erläuterte Jazz-Gitarrist Heiko Duffner, der nebenbei mit dem Nationaltheater künstlerisch kooperiert. Und ergänzte amüsiert im Vergleich zum Zupfinstrument und der Knickhalslaute seiner beiden Trio-Kollegen: „Über meine Akustikgitarre muss ich wohl nicht viel sagen. Es ist das jüngste Instrument in dieser Runde“, berichtete der 33-Jährige. „In dieser Form gibt es diese Gitarre seit 400 bis 500 Jahren.“ Die Knickhalslaute Oud sei die Mutter der heutigen Gitarre.

Außerdem brachte das Dreigespann ein Menuett zu Gehör und einen syrischen Tango. Von dem Komponisten Ara Dinkjian stimmte das Trio die andächtige Nummer „The Long Goodbye“ an. Eleanna Pitsikaki freute sich sichtbar über den Applaus, allerdings fiel der jungen Griechin nicht das deutsche Wort für „Beifall“ ein. Doch das Publikum klärte die Kanun-Spielerin sprachlich auf.