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Buntes Bei der Weltmeisterschaft tauschen immer mehr Spieler ihre Trikots im Verborgenen

Sixpack-Show nur in der Kabine

Moskau.Viele Profis geben zwar das letzte Hemd für ihre Mannschaft, ihr Shirt aber nicht mehr her. Ist die Ära des Trikottauschs vorbei? Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland sieht man praktisch keine Kicker, die sich auf diese Weise von ihrem Gegenspieler verabschieden. Dabei hat die Geste Tradition.

Nach Brasiliens 1:0-Sieg bei der WM 1970 in Mexiko gegen England schenkten sich Pelé und Bobby Moore gegenseitig ihr Trikot, der spätere Weltmeister tätschelte freundlich seinem Rivalen die Wange. Der Fußball-Weltverband FIFA liebt solche Szenen und verkauft das Foto mit Pelés Unterschrift online für satte 489,95 Euro.

Als Pelé zum Ende seiner Karriere bei Cosmos New York spielte, war sein Trikot praktisch eine eigene Währung. Sein Trainer Gordon Bradley erinnerte sich mal: „Pelé war eine riesige Attraktion. Mitunter mussten wir 25 bis 30 Trikots pro Spiel bereitstellen. Sonst hätte man uns kaum lebend aus dem Stadion gelassen.“ Das Trikot vom WM-Finale 1970 wurde viele Jahre später für mehr als 250 000 Euro versteigert.

Heutzutage hängen sich die Stars die eigenen Trikots oder die von prominenten Gegenspielern gerne gerahmt an die Wand. Dem irischen Idol Roy Keane, dafür bekannt, weder seine robuste Spielweise würde das jedoch nicht einfallen: „Ich kann mich nicht erinnern, jemals das Trikot getauscht zu haben. Für einen Routinier wie mich finde ich das lächerlich.“

Für einen wie Cristiano Ronaldo ist es hingegen die perfekte Gelegenheit, der ganzen Welt seinen Waschbrettbauch zu zeigen. Gerade deshalb hatte der Weltverband 1998 den Trikotwechsel in aller Öffentlichkeit verboten. „Die FIFA hat, 94 Jahre nach ihrer Gründung in Paris, ihr Schamgefühl entdeckt“, spottete damals die „Berliner Zeitung“. Begründung: Man müsse auch an die Frauen der arabischen Welt denken. Später wurde das Dekret wieder aufgehoben. Einige Clubs untersagen es ihren Spielern aber heutzutage, die Kleidung herzugeben. Dabei sieht man in den Bundesliga-Stadien immer wieder Kinder, die Plakate mit Trikotwünschen hochhalten.

Mehrere Trikots dabei

Und warum nun sieht man keinen Trikottausch mehr? Der findet in den Kabinengängen statt. In der Regel haben die Spieler mehrere Trikots dabei und müssen nicht das verschwitzte und müffelnde Original übergeben. Viele wollen zudem ihr eigenes als Erinnerung behalten. Kroatiens Ante Rebic hatte allerdings nach dem 3:0 gegen Argentinien auf den Tausch mit Messi verzichtet. Der Bundesligaprofi begründete dies damit, dass er sich über mangelndes Fairplay geärgert habe. „Ich hatte geplant, das Shirt von Messi zu besorgen – für einen guten Freund. Aber die Argentinier haben einen solch schlechten Eindruck hinterlassen, dass ich nicht mehr wollte“, sagte Rebic in einem Interview mit goal.hr.