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Vier Deutsche Meister am Start

3. Liga: So namhaft war diese Profiliga noch nie besetzt / Investoren hoffen auf raschen Aufstieg „ihrer“ Vereine / Erstmals vier Absteiger

Vier Direktabsteiger am Saisonende, regelmäßige Montagsspiele und ein einheitlicher Spielball – das sind die größten Neuerungen in der 3. Liga zur Saison 2018/19. Und die Besetzung der elften Saison der dritthöchsten deutschen Spielklasse kann sich sehen lassen: Mit dem 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig, 1860 München und dem Karlsruher SC sind gleich vier frühere Deutsche Meister in der Liga vertreten.

Eben jene Vereine gelten auch als die großen Favoriten um die Aufstiegsplätze. „Es wird eine noch engere Liga. Mit Eintracht Braunschweig und dem 1. FC Kaiserslautern kommen zwei Schwergewichte mit Finanzkraft von oben. Auch von den Aufsteigern sind mit 1860 München und dem KFC Uerdingen 05 zwei Klubs mit viel Geld unterwegs. Die Liga wird dadurch bestimmt auch ein bisschen besser“, blickt beispielsweise KSC-Cheftrainer Alois Schwartz auf die neue Saison voraus.

Nicht mehr dabei ist hingegen der FC Rot-Weiß Erfurt. Die Thüringer, seit Gründung der Liga immer drittklassig, sind in der vergangenen Saison abgestiegen und spielen nun in der Regionalliga Nordost. Auch die U23 des Bundesligisten SV Werder Bremen verpasste in der zurückliegenden Saison den Klassenerhalt. Damit wird zum ersten Mal in der Geschichte der 3. Liga keine zweite Mannschaft eines Bundesligavereins vertreten sein.

Das hat für die Klubs vor allem finanzielle Auswirkungen, da die TV-Gelder nun ebenfalls erstmals durch 20 Vereine geteilt werden. Zweite Mannschaften gingen zuvor leer aus. Die Gesamtetats der Vereine betragen dabei zwischen fünf und 15 Millionen Euro. Dabei stellen die Personalkosten für die Profimannschaft den größten Teil dar. Diese bewegen sich zwischen zwei und sechs Millionen Euro. Diesbezüglich sichert der DFB den Vereinen knapp 1,2 Millionen Euro aus der Zentralvermarktung (TV-Gelder, Liga- und Ballsponsor) zu.

Trotzdem gehen viele Vereine auch weiterhin ein hohes finanzielles Risiko ein, um die 2. Bundesliga als Sehnsuchtsziel zu erreichen. In München kündigte beispielsweise der jordanische Eigner Ismaik an, dem Aufsteiger mehr als zwei Millionen Euro zusätzlich geben zu wollen. Auch hinter dem Comeback des KFC Uerdingen 05 steht ein Investor, der sich ebenfalls nicht lange in der 3. Liga aufhalten will.

„Wir wollen mit Leidenschaft und Wille an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen, für jeden Kontrahenten ein möglichst ekliger Gegner sein und den neuen Spielern unsere DNA einimpfen“, gibt Würzburgs Trainer Michael Schiele die Marschrichtung für die neue Saison vor. Zum Kreis der Aufstiegskandidaten zählen die Kickers dieses Mal allerdings nicht.