Digitaler Sonntag

„Guitar Summit“ im Rosengarten

Auf der Suche nach puristischer Perfektion

Mannheim.Wer noch darauf gewartet hatte, dass der „Guitar Summit“ im Rosengarten nicht nur die sonst so präsenten Gräben zwischen internationalen Gitarren-Giganten wie Ibanez und Elite-Manufakturen der besonderen Art progressiv zuschüttet, musste in der Quadratestadt nur diesen besonderen Tag abwarten, um von ungesehenen Überraschungen auf imponierende Art und Weise überzeugt zu werden.

Denn es war niemand Geringeres als der saarländische Verstärker-Spezialist Hughes & Kettner, der den zweiten „Guitar Summit“ dazu nutzte, mit dem Black Spirit 200 eine Weltneuheit vorzustellen, die den Markt für Live-Akustik in Zukunft tüchtig durcheinanderwirbeln soll. Mit dem erstaunlich kompakten Modell legen die Akustiker aus St. Wendel dabei weit mehr als einen analogen Verstärker vor, der über digitale Fähigkeiten verfügt: Mit einem speziellen bionischen Ton-Generator begeben sich die Hersteller auf eine Suche nach einer puristischen Klangperfektion, die zwischen dem klassischen Röhrenverstärker und neuesten Technologien elegant vermittelt.

Die formulierte Maxime für den Black Spirit war dabei ebenso radikal artikuliert, wie sie schwer umzusetzen war: Der authentische Klang des klassischen Röhrenverstärkers, der die Signale zwischen Instrument und Lautsprecher interaktiv verzahnt, mit der technischen Stabilität und Klangbreite digitaler Perfektion verbinden. Das Resultat dieser Ansprüche ist ein fast winziges orangenes Modul, das sämtliche Eingangssignale miteinander in Dialog bringt, um sie bionisch zu modulieren, dynamisch programmierbar zu machen – und somit zwischen zwei und 200 Watt einen Klang zu generieren, der beliebig individuell justierbar bleibt, um stets die Limits des klanglich Möglichen trotz allem bestmöglich ausnutzen. Manuel Kettenring von Hughes & Kettner erzählt es im Gespräch so: „Wo ich bei der Röhre ein traditionell bewährtes Bauteil habe, das jedoch heiß wird, unendlich viel Strom verbraucht und anfällig ist, punkten wir mit unserem Generator. Wo ich im Digitalverstärker einen Chip verbaut habe, der die Signale nur seriell weitergibt, kreieren wir eine Akustik, die der Röhren-Endstufe in nichts nachsteht.“

Der damit formulierte Anspruch ist für Kettenring und die Vordenker der deutschen Traditionsmarke längst klar: Mit audiophiler Technologie und Konkurrenten wie Marshall und Orange im Blick eine Szene für sich erobern, die auf eine Verschmelzung der Technologien nur gewartet hat. Dass sich dieses Versprechen zum Teil schon jetzt eingelöst hat, beweisen Gitarrenkünstler wie Joss Allen, die von der Innovation in dem nur 3,5 Kilogramm schweren Verstärker restlos begeistert sind. Als Performer und Influencer hat Allen schon so manchen neuen Verstärker gesehen, der die Welt revolutionieren sollte, „was Hughes & Kettner hier aber gebaut hat, ist nicht nur ein Verstärker, der es mir erlaubt, einen Sound zu erzeugen, dessen lebendige Dynamik keine Grenzen zu kennen scheint – er ist so handlich, grandios zu programmieren und modulierbar, dass ist gar nicht weiß, warum ich jemals wieder etwas anderes benutzen soll.“

Und so bleibt der „Guitar Summit“ auch im Jahr nach seiner Premiere eine Zusammenkunft von Enthusiasten der Kunst auf sechs Saiten – im Fluss und doch stets auf Höhe der Zeit.

Zum Thema